Vorm Regenschauer geflüchtet in die Kunsthalle Erfurt. Zwei beeindruckende Ausstellungen durchschritten:
Einmal Franziska Greber :Women in the dark
In enger Kooperation mit Frauen- und Menschenrechtsorganisationen ermutigt Franziska Greber Frauen, ihre Erfahrungen, Verletzungen, aber auch Hoffnungen und Forderungen mit rotem Permanentstift auf weiße Blusen oder andere landestypische Kleider zu schreiben – beispielsweise Schals in Indien. Mit den beschrifteten Kleidungsstücken schafft die Künstlerin raumgreifende Installationen.
In der Kunsthalle Erfurt ist „Women in the Dark“ nun in einer erweiterten Form zu sehen. In vielfältigen Installationen, Objekten, Videos und Audiobeiträgen werden die Erzählungen der Frauen und das Thema im Ausstellungsraum unmittelbar erfahrbar.
Mich hat längere Zeit gefangen die Äußerungen der betroffenen Frauen aus verschiedenen Ländern in einem Video und einem ausliegenden Buch . Die Installationen passen eben dazu.
Bereits während ihres Studiums an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wandte sich Franca Bartholomäi der Technik des Holzschnitts zu. Seit 1995 druckt sie ihre Blätter überwiegend in Schwarzweiß, zeigt ihre Vorliebe für dunkle Flächen und Räume, traumähnliche Fantasien und rätselhafte figürliche Konstellationen, aber auch für fein ziselierte Lineaturen. Seit 2024 ergänzt der Linolschnitt den Holzschnitt, auch findet sich seit 2019 hier und da etwas Farbe – in monochromen Akzenten und in zarten Helldunkelverläufen in den Hintergründen.
Obwohl ihre Figurenzeichnung offenbart, wie detailliert sie die Außenwelt wahrnimmt, ist ihr bildliches Erzählen stark nach innen gerichtet. Die Ambivalenz zwischen der figürlichen Präsenz der Darstellung und der Unzugänglichkeit ihrer Bedeutung, bis hin zur hermetischen Abgeschlossenheit, begründet wesentlich die Wirkung, die von dieser Kunst ausgeht. „Ich mag den Mix aus nachvollziehbaren und völlig schrägen Elementen. Alles scheint von Bedeutung und miteinander verbunden zu sein. Doch einer Lesbarkeit bis ins letzte Detail entziehen sie sich – die Träume ebenso wie meine Bilder“, schreibt die Künstlerin. Und: „Das Rätselhafte ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Werke. Sie haben alle ihre Geschichten, ich sage mit Bedacht Geschichten, also Mehrzahl, denn es sind immer mehrere Bedeutungsebenen, die ich verwebe bzw. die sich im Prozess des Schaffens wie von selbst verweben.“
Mich haben viele ihrer Drucke gefangen genommen. Ich sollte die Ausstellung im Mai nochmal besuchen und Erfurt noch weiter erkunden. (Dom / Petersberg - hab ich beim letzten Besuch noch nicht gesehen ...)



