Gestern noch gemütliche Rundfahrt nach dem Mittagessen geplant und durchgeführt. Mit der Bahn nach Hersbruck rechts / Schienenersatzverkehr durchs Pegnitztal nach Pegnitz / Bahnfahrt über Bayreuth, Kulmbach nach Bamberg / von dort heimwärts // Es kam einiges dazwischen: Der Schienenersatzverkehr verzögerte sich, da ein Bus schwächelte / der Anschluss mit der R32 nach Bamberg (2 Stundentakt) war natürlich schon weg / Cafeaufenthalt in Bayreuth / auf der eingleisigen Strecke nach Neuenmark- Wirsberg ging plötzlich nichts mehr (Signalstörung, Schrankendefekt) dann ging es mit Radfahrergeschwindigkeit bis Lichtenfels und der Zug musste geräumt werden ....Der nächste Anschluss hatte auch Verspätung....
Franken Flaneur
Durch Zufall und glückliche Umstände befinde ich mich in der Region Franken. Ich muss nicht unbedingt weit weg. Hier sind meine Reisen ...
Das war THEATER !!!
Gestern war ich mit Kim im Schauspielhaus Nürnberg. (Geburtstagsgeschenk) Und wir sahen ein furioses Stück in der Wiederaufnahme : Orbit - die Geschichte einer Band . Wir waren begeistert und ich werde es nochmal ansehen, denn das war Theater !!!Es hat ALLES gepasst: Die Geschichte,die hervorragenden Darsteller mit ihrem Musikhandwerk, die Bühne und das volle Theater mit einem Publikum, das mitging !!! Hier die digitale Stückeinführung .
Orbit - Staatstheater Nürnberg
Wo Freddie Mercury alles geklaut hat
In den 1970er und 80er Jahren galt die Band Orbit als größter Geheimtipp der fränkischen Rockszene. So enorm geheim, dass heute niemand mehr von ihr weiß. In Nürnberg haben Philipp Löhle, Christian Brey und Thomas Esser nun tief in Schallplattenkisten gekramt und dabei eine im Wortsinn fantastische Story zu Tage gefördert.
Von Wolfgang Reitzammer
Mai 2023. Es gab mal ein deutsches Dokumentartheater, Rolf Hochhuth und Peter Weiss waren seine Propheten. Doch im postmodernen und postfaktischen 21. Jahrhundert erfreut man sich eher am Genre des Mockumentary, jenem Hybrid aus Dichtung und Wahrheit, das den Gutgläubigen in die Irre schickt und bei dem Skeptiker ein wissendes Lächeln hervorlockt.
In diesem Sinne hat Philipp Löhle, Hausautor des Staatstheaters Nürnberg, zusammen mit Regisseur Christian Brey und dem Musiker Thomas Esser ein "Recherche"-Projekt angestoßen, das über die Jahre 1972 bis 1985 die obskure Karriere einer vergessenen Rockband namens ORBIT aufdeckt und mit ein paar Stationen Kulturgeschichte in der Region Nürnberg vermengt. Doch auch ohne Spoiler-Verdacht darf man schon vorher sagen: es ist fast alles erstunken und erlogen, jedoch getreu dem Motto "Wenn wir es so erzählen, dann war es so!".
Fränkische Billie Jean
1972 treffen sich also fünf ambitionierte Kulturschaffende, denen ein gewisser Herr Gustl eine Garage als Proberaum und seine Kneipe als Live-Bühne anbietet. In schönster Punk-Tradition streiten sie erst einmal, wer eigentlich welches Instrument spielen soll, dann wird über mehrere Tage diskutiert, wie die Band heißen soll. Weil die Vornamen der Musikanten Ottmar, Rolf, Bucki, Isi und Thomas lauten, kommt man auf die geniale Idee "Orbit", verliert aber den entnervten Sponsor Gustl. Gut, dass es zu dieser Zeit den überregional bekannten Kulturreferenten Hermann Glaser in Nürnberg gab, der sein Projekt der Sozio-Kultur verfolgte und der Band einen Probenraum im ebenfalls überregional bekannten Kommunikationszentrum (genannt "Komm") vermittelte.
Dort nisten sich Orbit häuslich ein und wollen ihr weiteres Leben nur noch der eigenen Musik widmen – bestärkt durch ein allseitiges Gelübde gegen dreckige Ohren. Es wird in der selbst gewählter Klausur viel geredet, die fünf Akteure wirken in stimmigen Klamotten und Perücken der 1970er und 80er Jahre wie wandelnde Flokati-Teppiche (Kostüme: Anette Hachmann). Das musikalische Equipment wird langsam aufgerüstet, ein vollständiges Schlagzeug fährt aus dem Bühnenboden, Keyboarder Ottmar bekommt noch eine zweite Orgel mit Blechrahmen und Isi, die Frau im Quintett, stellt sich hinter ein modernes DJ-Mischpult. Dass man auch im Gefängnis (Massenverhaftungen 1981!) gute Musik machen kann, demonstriert Drummer Rolf, der die Sticks zu Fenstergittern formt und dann "I've Been Looking For Freedom" intoniert.
So entstehen zahlreiche Eigenkompositionen, die textlich und harmonisch einen regional-fränkischen Charakter aufweisen, aber verdammt nach Hits dieser Zeit klingen ("Daddy Cool", "Money, Money, Money", "In The Air Tonight", "Billie Jean"...).
Beim Griechen mit Bob Dylan
Schuld daran ist der schleimige Manager Hasso Krüger, der die Orbit-Songs mit dem Tonband aufnimmt und dann weltweit an bekannte Rockbands weiterverkauft. Immerhin schafft er es, die Songwriter-Ikone Bob Dylan vor dessen Auftritt auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände (1978) zu den eingeschlossenen Musikern zu lotsen und ihnen ein Angebot als Vorband zu übermitteln. Doch die deutsche Kultur des Diskurses und des Selbstzweifels führt zu spontaner Auftrittsphobie vor 80 000 Menschen, lieber geht man gemeinsam zum Griechen!
Das Ende der Orbit-Geschichte wird durch einen Zufall eingeläutet: Die fesche Biggi schaut sich via Fernsehen das Live-Aid-Konzert im Wembley Stadium (1985) an und muss feststellen, dass Freddie Mercury von Queen den Song "Bohemian Rhapsody" vorträgt, den einige Jahre zuvor Sänger Bucki mit der Band erarbeitet hatte. Manager Krüger flüchtet, er setzt sein Auto und alle darin lagernden Tonbänder in Flammen – Orbit ist damit aus der Musik-Geschichte getilgt.
Comeback als Avatar-Show
Zum Glück bietet der Theaterabend noch einen fulminanten Epilog: Krüger, der mittlerweile unter dem Namen Pius Maria Cüppers als Kammerschauspieler am Nürnberger Staatstheater arbeitet, organisiert eine Hologram-Avatar-Show der Band Orbit, bei der fünf KI-Klone noch einmal ein deftiges Rock-Programm abziehen, bevor sie mit "Major Tom" und einer Raumkapsel ins Weltall abdüsen.
Die höchst unterhaltsame Rock-Show lebt vom inszenatorischen Tempo des Regisseurs Christian Brey, von Löhles skurrilem Wortwitz und von den perfekt musizierenden Schauspielern: Nicolas Frederic Djuren (voc, g), Justus Pfankuch (keyb, g, voc), Sascha Tuxhorn (b, voc), Amadeus Köhli (dr, g, voc) und Pola Jane O’Mara (voc). Ein grandioses und komödiantisch ausgefeiltes Nebenrollen-Potpourri arbeitet Thorsten Danner ab.
Die Bühne ist ein Proberaum mit ein paar Flight-Cases, viel Trockeneis-Nebel und präzisen Licht-Effekten. Bei mehreren Video-Interviews haben Bürgermeisterin Julia Lehner, "Ihre Kinder"-Veteran Ernst Schultz, Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger und mehrere Schauspiel-Kollegen das doppelbödige Spiel mitgemacht. Das Premieren-Publikum war begeistert, feierte das Ensemble mit Standing Ovations und bekam als Zugabe noch ein originelles "Take On Me" mit Casio-Orchester im Sitzkreis: einer von vielen Aha-Effekten. "Orbit" hat auf jeden Fall das Potenzial für einen Kassenknüller!
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| atmosphärisch |
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| Körperliche Darstellung der Diskussionen im Komm |
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| Das Casio Orchester - Super |
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| der Gustl -- ein Sprachphänomen |
STOP THE WAR
Ein verzweifelter Aufruf aus der Wärme ... (Nachtrag heute Do: 11kM Podcast)
Stalin hat in der Ukraine einen Hungerkrieg geführt. Putin führt gegen die Zivilbevölkerung seinen Kältekrieg.
In einer Karte kann man verfolgen welche Angriffe täglich geführt werden ... Und das seit fast 4 Jahren ( eine Materialschlacht, die an den Stellungskrieg im I.Worldwar erinnert -- nur mit vielfacher Verschleuderung von (eigentlich wertvollen) Ressourcen. Von den menschlichen Schicksalen abgesehen ... Die Zahl sagt zu wenig ...
hier eine Zusammenfassung
Am Anfang des Krieges hab ich noch Collagen gemacht:
Jetzt bin ich nur noch oft schlaflos ... Hilft niemanden ....
Die amerikanische Mischpoke
Momentan höre ich die Podcastreihe vom Deutschlandfunk : Die Peter Thiel Story . Sehr aufschlussreich, weil es in der Entwicklung schon 30 Jahre zurückgeht! Peter Thiel ist der Strippenzieher hinter dem kulturellen Rechtsruck in den USA und einer der wichtigsten Unterstützer von Donald Trump. Mit Paypal und Facebook ist er reich geworden. Das ist die Geschichte des geheimnisvollen Tech-Milliardärs.
Dort wird eine Frau erwähnt, die mit vielgelesenen philosophischen Romanen den Traum vom Aufstieg der Tüchtigen befeuerte : Ayn Rand (mir bis heute völlig unbekannt - lebte von 1905 - 1982 - Auflage 30 Millionen)Näheres bei Radiowissen (2024) / deutschlandfunk kultur (2022) / Die Zeit / Schweizer Monat ....
Guter Artikel bei Infosperber von 2018 (1.Amtszeit Trump) : Ayn Rand zu lesen, macht keinen Spass. Im Gegenteil. Es erstaunt, um nicht zu sagen, erschreckt einen – zumindest einen Europäer – zu lesen, was ein menschliches Wesen, eine Frau, imstande ist zu schreiben – und damit einen Riesenerfolg zu haben: Ethisch ist, wer nur seine eigenen Interessen vertritt. Wer die Interessen anderer vertritt, handelt unethisch. Nur Egoismus schafft Freiheit und Gerechtigkeit. Die USA sind das edelste Land der Menschheitsgeschichte, weil sie das Eigeninteresse zum einzig richtigen moralischen Prinzip erhoben haben. Usw. usw.
Und doch muss Ayn Rand zur Kenntnis genommen werden. Als Warnung. Ihre Botschaft wirkt nach, ist präsent, ist eine der Wurzeln des US-amerikanischen Denkens und Fühlens: Nur der Egoist ist ehrlich, nur das Eigeninteresse zählt, nur der Selfmademan, der, mit welchen Methoden auch immer, zum Milliardär geworden ist, ist ein wahrer Held. – Wir müssen, gerade auch in Europa, zur Kenntnis nehmen, was da noch auf uns zukommen kann. Der überhandnehmende Neoliberalismus ist nur der Vorbote. Und Donald Trumps bisherige Finanz-Entscheide zugunsten der Reichen und Superreichen bestätigen den Trend.
Aktuell gibt es in der Mediathek eine Reihe über die Vordenker der Tech-Größen. Mit dabei eben Ayn Rand
Seit 2023 gibt es in Deutschland eine Ayn Rand Gesellschaft ..... Für die Leistungsträger
Der Menschenmaler
Gestern mit der Bahn nach Aschaffenburg (Hinfahrt sehr angenehm leer / Rückfahrt beengter). Ziel war diesmal die Ausstellung " Johannes Grützke der Menschenmaler". Schon der Ausstellungsort - die ehemalige Jesuitenkirche - ist interessant.
Grützke ist 2017 mit 79 verstorben , hatte an der Kunstakademie Nürnberg eine Professur ( Axel Gerke hat bei ihm studiert) , besaß aber sein Atelier immer in Berlin. Ich hab mir einen Audioguide ausgeliehen, was mir dann sehr half einige verschlüsselte, vermutete Aussagen der meist großformatigen Gemälde zu entdecken ...
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| Selbstbildnisse |
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| der Vortrag |
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| Menschen und Würste |
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| Foyer Paulskirche |
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| Ausschnitt mit Linoldrucken in der Ausstellung |
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