Ausstellung Anselm Kiefer

 Gestern bin ich mit der Bahn nach Schwäbisch Hall gefahren um mir die Ausstellung Anselm Kiefer- Alles, was der Fall ist anzuschauen.

Titel des Flyers zur Ausstellung
Mit 25 Millionen wurde die Kunsthalle Würth erweitert und umgebaut. Das Museum passt sich weiter gut in die Umgebung ein und schaffte jetzt Platz für die bombastischen großformatigen Werke von Kiefer.
 Die neuen Räume sind phantastisch, alles ist geordneter, eignen sich sehr für die riesigen Bilder von Kiefer. Da werden es kleinere Werke einmal schwer haben....(Kommentar einer Besucherin)

altes Brauereigelände von oben
Ich hab mir die Sachen erst mal ohne Unterlagen und audio guide angesehen. In den Katalog hab ich reingespitzt, einiges fotografiert und die guten großformatigen Erklärtexte zum Schaffen des Künstlers zur Kenntnis genommen. Er gehört also zu den zehn bekanntesten Gegenwartskünstlern im Gestaltungsbereich weltweit . Außerdem preiswürdig - auch finanziell ... Mich hat es erstmal nur von der Dimension her beeindruckt. Von der Machart und den Ideen her teilweise sehr verschlüsselt. 

„Kunst“, sagt Kiefer, „hat immer auch mit der Aneignung des Unbegreiflichen zu tun (…). Ich bin kein Maler wie Matisse oder Delacroix, ich benutze Materialien als Farben und Farben als Substanzen (…) und die Materialien haben (…) in sich eine spirituelle Bedeutung.“

 Etwas geschwurbelt heißt es dann noch von den AustellungsmacherInnen:

Seine malträtierten, Asche, Feuer, Sturm und Regen ausgesetzten Werke sind Aufführungsorte seiner Freilegungen – und die vermeintliche „Verwüstung“ der gewaltigen Bildflächen ist weniger als ein Spiegelbild der alle Maße sprengenden Zerstörung, die die Menschheit sich selbst und der Erde antut, zu verstehen denn als Sinnbild einer Rückeroberung und des letztlich längeren Atems der wilden Natur.

Ich hab mich aber heute noch weiter mit dem Künstler und seinen Aussagen beschäftigt, warte aber erst mal ab, ob ich den Film von Wim Wenders bekomme, bevor ich in Spuren näher ausführen werde ...

 
Hier kurze Notiz aus den Tagesthemen ....

Die anstrengende Bahnfahrt wg. übervollen Zügen wäre dann noch ein anderes Thema ....

Der Ehebrunnen

 Eigentlich fing es damit an, dass ich wissen wollte, ob auf dem liegenden Herz vor dem Ehebrunnen am Rolltreppenaufgang der U-Bahn Station Weißer Turm das ganze Gedicht von Hans Sachs über die Ehe draufsteht ... 

Terrier wie ich bin, hat sich dann das Ganze ausgeweitet: Ich beschäftigte mich mit der Entstehungsgeschichte des Brunnens und bestellte die noch antiquarisch vorliegende Veröffentlichung des Machers Jürgen Weber (Bildhauer 1928 - 2007)

Schließlich hatte ich dann zwei Eintrage in meinem Blog Spuren über das Ehekarussell fertig.

Als das Wasser am 1.Juli 1984 aufgedreht wurde, hatte der Hans-Sachs-Brunnen schon einiges hinter sich. Ursprünglich sollte ja nur ein Lüftungsschacht überdeckt werden, doch die Arbeit des Braunschweiger Professors Jürgen Weber spaltete Politik und Bevölkerung. Sogar ein Baustopp wurde verhängt.

Zu teuer fanden die einen das Kunstwerk, das über zwei Millionen D-Mark kostete. Andere hielten es für zu groß, zu ordinär. Der NN-Kritiker urteilte vernichtend. „Ein solches Ausmaß an Disproportion von materieller und handwerklicher Investition auf der einen und geistigem Gewicht des Bildgegenstandes auf der anderen Seite dürfte es in der Kunst diese Jahrzehnts nicht noch einmal geben, zumindest nicht in Deutschland.“  

Und was hielten die Nürnberger davon? „Schee is des net. Is halt ä Kunstwerk“, hatte damals eine Passantin gemeint, und ein anderer hat gesagt: „Ich glaube, der schaut nicht mehr lange so aus, außer er wird rund um die Uhr bewacht.“  

Heute immer noch Fotomotiv und Videoerinnerung (hier wenigstens als Brunnen in Betrieb)

Es gibt in Nürnberg aber noch mehr Gelegenheiten neuere Kunst im öffentlichen Raum zu begehen .

In der Veröffentlichung des Professors aus dem Jahr 1985 setzt er sich mit seinen Kritikern auseinander und fährt wiederum schwere Geschütze gegen moderne öffentliche Kunst auf: All die Künstler heute, die sich mit Kuben, Quadraten und Rastern dieser Schwierigkeit (er meint Bilder- und Themenfindung), entziehen sich einer ganz wesentlichen künstlerischen Aufgabe: Für unser Leben Bilder zu finden und nicht nur interessante oder meistens uninteressante Strukturen oder Materialanreize. Wieviel Künstler wurden abstrakt, weil ihnen thematisch nichts einfiel?

Obwohl von ihm nicht erwähnt , hatte er bestimmt auch das Symposium Urbanum im Auge, das 1971 in Nürnberg veranstaltet wurde. Darüber gibt es in meinen Spuren auch einen Artikel.

In dem Wiki Artikel über Weber kann man  nachlesen welche Konflikte und Strömungen es während seiner Zeit als Professor an der TU Braunschweig gab . U.a. Weber machte sich mit seinen Veröffentlichungen, Interviews, Aufsätzen und Vorlesungen vernehmbar zur Gegenstimme und besetzte die Gegenposition zum, von ihm so bezeichneten, Kunstbetrieb.
Er erntete von Vertretern nichtfigürlicher Kunstauffassungen massiven Widerspruch, der vereinzelt auch diffamierend und persönlich war. Aus Kreisen seiner Widersacher gab es offenen Widerstand gegen die Aufstellung seiner Bildwerke und dann sogar auch gegen die angemessene Einbindung in den öffentlichen Straßenraum

"Kunst kommt von Können , nicht von Wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen." (Karl Valentin)

Wanderung mit den Kindern

 Gestern mit Inken und Kim Wanderung bei Rupprechtstegen. Durchwachsenes, kühles Wetter , aber wir hatten Glück. Zuerst an der Pegnitz entlang bis Lungsdorf. 1.Rast mit Vesper aus dem Rucksack am Unterstand des "Schönsten Arsch der Welt" mit von Kim und Inken . Der Kiosk ist zu dieser Jahreszeit ja geschlossen, aber wir saßen gemütlich und haben bei der guten Überdachung die zwei großen Schauer überstanden. Eine Männergruppe aus Ulm hat am Nachbartisch auch gevespert und Schnaps spendiert. Dann ging es weiter ins Kipfertal . Dort viel zu früh abgebogen auf den Berg, aber den Wanderweg ins Ankatal nach einer Zeit trotzdem erreicht. Der erste Pfad dort war recht glitschig und Stecken wären jetzt nicht schlecht gewesen. Nichts passiert... Zur Andreaskirche sind wir nicht, sondern den breiteren Weg runter ins Tal. Am Parkplatz am Unterstand der Raststelle nochmal gevespert und den nächsten Schauer wieder überstanden.

Es hellte auf und zum Abschluss dann noch nach Simonshofen ins Dorfcafé und einen Tisch in der Stube gefunden. Ein runder Tag ....

Hier noch einige andere schöne Wanderungen von den Sonntagswanderern

Thomas Grasberger und Roland Kunz

 In meiner senilen Bettflucht - meist ab halb 4 - (Die größten Veränderungen des Schlafs treten in der sechsten Lebensdekade auf. Führend ist dabei eine Unterbrechung der Schlafkontinuität mit längeren Wachphasen in der Nacht. Weiterhin sinkt der Tiefschlafanteil. Das Einschlafvermögen ist kaum verändert. Häufiger treten Phasen an Tagesschlaf auf, sodass die gesamte Schlafmenge über 24 Stunden auch im höheren Lebensalter sechs bis acht Stunden beträgt.) stehe ich nicht auf, sondern höre meist Potcasts übers Smartphone). Dabei haben mir sehr gefallen Beiträge beim Bayerischen Feuilleton von Thomas Grasberger. In letzter Zeit waren das: Der ganz normale Wohnsinn  //  Mein Tram Traum  //  Mittelgebirge und Maß  //  Die Kunst des Zuhörens // 

Er hat eine angenehme Stimme, gute Recherchen und verbreitet Unaufgeregtheit ....

Aber auch die Sendung "Alles Interpretationssache" mit Roland Kunz ist sehr anregend ! Was macht Über-Songs wie Let it Be, Nothing Else Matters, Skyfall oder Beethovens Mondscheinsonate so "über"? Das findet Roland Kunz in "Interpretationssache" raus. Er hört genau hin: Warum klingen diese Stücke, wie sie klingen, und was genau macht sie unsterblich? Er erzählt die Geschichten dahinter: wie Leonard Cohens Hallelujah vom Flop zum Megahit wurde, oder warum Marni Nixon sich jahrelang nicht als Sängerin der West Side Story zu erkennen geben durfte. Und vor allem durchforstet er Archive, CD-Schränke und Streaming-Portale, um die schönsten, spannendsten und schrägsten Cover-Versionen zu finden...

Auch er sehr angenehme Moderation, was man von vielen anderen Podcasts nicht behaupten kann...

Gut dass es solche Leute gibt...

Heute noch gehört (zum 90. von Wolf Biermann) : Mit uralten Kinderaugen  Lesung und Gespräch. "Ich bin ein Glückskind", sagt Wolf Biermann. Und blickt in neuen Gedichten und Liedern zurück auf sein Leben.

Landshut

 Gestern mit dem Zug nach Landshut ( 2 Std ab Nbg). Hinfahrt entspannt. Der Bahnhof ist von der Altstadt etwas entfernt. Konnte aber sofort einen Bus dorthin erreichen. Bin dann an der Isar ausgestiegen und in die Altstadt.


Eine Werbung, der man beipflichten kann: Landshut bietet dem Besucher nicht nur außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten, sondern auch ein außergewöhnliches Ambiente.
Mittelalterliche Romantik trifft auf mediterrane Lebenslust und bayerische Gemütlichkeit – der Wohlfühlfaktor ist damit garantiert!
Die zauberhafte Altstadt, eine der imposantesten Prachtstraßen Bayerns und „längste Straßencafé-Meile“ der Region mit ihren Giebelhäusern, Schmuckfassaden und Arkaden lädt zum Bummeln und Flanieren in einzigartiger Kulisse ein.
Und für diejenigen, die Ruhe in der Natur suchen, bieten Hofgarten oder Mühleninsel idyllische Plätze zum Entspannen und Erholen.
Lasst euch einfach treiben, ganz entspannt, ohne Hektik und genießt die wunderbare Atmosphäre.


Also dann Cafébesuch, etwas umgeschaut und dann kurz in die Kirche mit dem höchsten Backsteinturm der Welt. Faszinierend diese schlanken, hohen Säulen im Kirchenschiff.

Dann wollte ich den "Hügel" dahinter hoch - bestanden mit dichtem Buchenwald. Vorbei an Skulpturen und dann in steilen Serpentinen auf das Plateau: Der Herzogspark war schweißtreibend (es wurde wieder recht warm) erreicht. Vorbei an Tiergehegen und gut angelegten Rabatten suchte ich den Weg zur Burg Trausnitz. Dazu musste ich erst mal wieder ein Stück runter .... Habe nur die Außenanlagen erkundet...


Auf der Terrasse der Burgschänke dann ein Weißbier und den Königsweg zurück in die Stadt.

Meriandruck

Die Rückfahrt war stressig. Bin in den Pendlerverkehr gekommen und die Zuggarnitur war nur eingliedrig. Vor Jahrzehnten war ich mal auf einem Lehrgang in Landshut zur Zeit der "Landshuter Hochzeit" . Jenseits der Umzüge, auf die ich verzichten kann, trafen sich kostümierte Leute mit Essenskorb abends auf den Tribünen und verbreiteten gute Stimmung. Nächstes Jahr ist wieder das Fest und wäre eine Gelegenheit mal einen Aufenthalt bis in die späten Abendstunden zu planen ...