Erfurt touristisch

 Gestern nochmal nach Erfurt. Wollte mal die zwei touristischen Anlaufpunkte Dom und Petersberg besuchen. Hinfahrt mit der Bahn gut - Rückfahrt sehr, sehr voll (Pfingstwochenende) ...

Die Temperatur stieg stündlich und auf dem Plateau der Festung war wenig Schatten. Auch unten auf dem Platz vor dem Dom sammelte sich die Hitze. 2021 war Bundesgartenschau in Erfurt. Da hätte man an diesen Orten mal einige Bäume pflanzen sollen ... 

öde Fläche auf dem Plateau der Zitatelle

öde Fläche auf dem Domplatz

Egal - Den Petersberg und den Hügel am Dom hab ich mäandernd hoch und runter durchschritten mit kurzer Rast an dem einzig offenen gastronomischen Ort auf dem Plateau (Glashütte mit touristischen Preisen).

Kann ja sein, dass ich höhere Temperaturen nicht mehr vertrage und auch nicht gut geschlafen hatte. Aber insgesamt hat mir de Ausflug vor zwei Jahren wesentlich mehr gebracht. Etwas abseits der touristischen Pfade ....

Café u.a.

 Heute waren wir nach langer Zeit mal wieder Kaffee trinken im Kulturladen Zeltnerschloss. Das Café ist normalerweise Di,Mi,Do am Nachmittag geöffnet. Die Pächterin backt selbst herrliche Kuchen.


Zur Geschichte hier Text und Bild // hier Video
Die Zeltner-Brüder waren recht erfolgreich unternehmerisch tätig. Es gab die Zeltnerbrauerei in der Ostendstraße. Kannte ich noch als Bombenruine ... Aber auch eine Fabrik zur Herstellung von Ultramarin.

Letzhin waren wir nach langer Zeit auch wieder im Kulturladen Almoshof. Das Kunstcafé mit Biergarten hat üblicherweise am Sonntag Nachmittag offen. Auch hier selbstgebackene Kuchen (und kleine Speisen).

Wir waren mit unserer ehemaligen Vermieterin (Erika) vor zwei Wochen zum Essen in Ödenberg beim Fensel (Schloss) . Durch die Spargelgerichte wurde es recht teuer ... Ums Eck rum gibt es das Weiße Ross. Wird das nächste Mal probiert ....

Utopia mit Illustrationen von Prechtl

 Habe mir aus dem Bücheregal herausgenommen: 

Utopia.

Ein wahrhaft kostbares und ebenso bekömmliches wie kurzweiliges Buch über die beste Staatsverfassung und die neue Insel Utopia. Verfasst von dem hochberühmten Thomas Morus. Ins Deutsche übersetzt von Gerhard Ritter.

Mit sechzehn zeitnahen Bildern von Michael Mathias Prechtl, Maler zu Nürnberg 


Der Text des Romans Utopia ist dort abgedruckt. Kann man lesen - die Zusammenfassung von Deutschlandfunk Kultur unter dem Titel "Possenreißers Insel-Narretei " möge hier genügen.

Für mich wertvoll sind die 16 Graphiken von Prechtl. Sehr guter Druck. Auf der Rückseite der Textimpuls aus dem Buch. Und auf wunderbare Weise dann im Bild -  teilweise verschlüsselt mit Bezug auf neuere Zeitverläufe - graphisch herrlich umgesetzt.


Zur Entschlüsselung sehr vorteilhaft die herausnehmbare achtseitige Beilage: "Thomas Morus betrachtet Michael Mathias Prechtls Bilder zu seiner 'Utopia'": Anmerkungen von Irving Fetscher mit Widersprüchen des Künstlers.

In meinem Blog Spuren habe ich mich in den letzten kalten Tagen außerdem beschäftigt mit :

Kerouac : Gammler, Zen und Hohe Berge

und 

Haarmann / Geschichte eines Werwolfs


Senta Berger: Unter Verdacht

 Eine unserer liebsten Krimi-Episoden : Unter Verdacht (gesendet 2002 - 2019). Wir haben in den Jahren leider nicht alle 30 Folgen gesehen, aber jede hatte gute Drehbücher und Senta Berger nebst Kollegen überzeugten in ihren Rollen. 

Da wir kein Abo bei Streamingdiensten haben, war es nun ein Glücksfall, dass die erste und die letzte Folge in der ZDF Mediathek zu sehen sind. Sehr sinnvoll, da beide Fälle zusammenhängen. Natürlich auch eine Erinnerung an ihren 85.Geburtstag, den sie morgen feiern kann. Nach ihrem Oberschenkelhalsbruch im Januar geht es ihr wieder recht gut !!

 Folge 1 hier / Folge 30 hier . Die Laudatio zu Bergers Abschied 2020 in der Serie hier im Spiegel.

Ausstellung Erfurt

 Vorm Regenschauer geflüchtet in die Kunsthalle Erfurt. Zwei beeindruckende Ausstellungen durchschritten: 

Einmal Franziska Greber :Women in the dark 

In enger Kooperation mit Frauen- und Menschenrechtsorganisationen ermutigt Franziska Greber Frauen, ihre Erfahrungen, Verletzungen, aber auch Hoffnungen und Forderungen mit rotem Permanentstift auf weiße Blusen oder andere landestypische Kleider zu schreiben – beispielsweise Schals in Indien. Mit den beschrifteten Kleidungsstücken schafft die Künstlerin raumgreifende Installationen.

In der Kunsthalle Erfurt ist „Women in the Dark“ nun in einer erweiterten Form zu sehen. In vielfältigen Installationen, Objekten, Videos und Audiobeiträgen werden die Erzählungen der Frauen und das Thema im Ausstellungsraum unmittelbar erfahrbar.


Mich hat längere Zeit gefangen die Äußerungen der betroffenen Frauen aus verschiedenen Ländern in einem Video und einem ausliegenden Buch . Die Installationen passen eben dazu.


Und dann noch : Franka Bartalomäi : Irgendwo ist immer Nacht

Bereits während ihres Studiums an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wandte sich Franca Bartholomäi der Technik des Holzschnitts zu. Seit 1995 druckt sie ihre Blätter überwiegend in Schwarzweiß, zeigt ihre Vorliebe für dunkle Flächen und Räume, traumähnliche Fantasien und rätselhafte figürliche Konstellationen, aber auch für fein ziselierte Lineaturen. Seit 2024 ergänzt der Linolschnitt den Holzschnitt, auch findet sich seit 2019 hier und da etwas Farbe – in monochromen Akzenten und in zarten Helldunkelverläufen in den Hintergründen.


Obwohl ihre Figurenzeichnung offenbart, wie detailliert sie die Außenwelt wahrnimmt, ist ihr bildliches Erzählen stark nach innen gerichtet. Die Ambivalenz zwischen der figürlichen Präsenz der Darstellung und der Unzugänglichkeit ihrer Bedeutung, bis hin zur hermetischen Abgeschlossenheit, begründet wesentlich die Wirkung, die von dieser Kunst ausgeht. „Ich mag den Mix aus nachvollziehbaren und völlig schrägen Elementen. Alles scheint von Bedeutung und miteinander verbunden zu sein. Doch einer Lesbarkeit bis ins letzte Detail entziehen sie sich – die Träume ebenso wie meine Bilder“, schreibt die Künstlerin. Und: „Das Rätselhafte ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Werke. Sie haben alle ihre Geschichten, ich sage mit Bedacht Geschichten, also Mehrzahl, denn es sind immer mehrere Bedeutungsebenen, die ich verwebe bzw. die sich im Prozess des Schaffens wie von selbst verweben.“


Mich haben viele ihrer Drucke gefangen genommen. Ich sollte die Ausstellung im Mai nochmal besuchen und Erfurt noch weiter erkunden. (Dom / Petersberg - hab ich beim letzten Besuch noch nicht gesehen ...)