guter Einwurf

 In der NN konnte ich folgendes Statement eines hochrangigen bayerischen Juristen lesen:

NN + vom 18.8.26 - In unserer Reihe „Einwurf“ schreiben hier starke Stimmen aus der Region. Heute warnt Peter Küspert, ehemaliger Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, vor schrankenlosem Kapitalismus.


Lesen bildet. Sogar wenn es um Inserate für Luxusimmobilien geht. Mir jedenfalls war bisher nicht klar, dass Lehmputz mit Mikrokristallen, Zirbenspänen und energetisiertem Wasser geradezu zwingend für das persönliche Wohlbefinden der Bewohner ist, genauso wie die Schwimmhalle auf 5-Sterne-S-Niveau mit versenkbaren Panoramascheiben vor Alpenblick, Walk-In-Duschen mit seitlicher Massage, deckenbündigem Rainshower und beleuchteten Shampoonischen.

Dasselbe gilt für den Home-Lift mit Swarovski-Sternenhimmel oder die Home-Bar mit hinterleuchteter Onyx-Wand. Sogar für gewöhnlichere Verrichtungen ist gesorgt: von der Master-Ankleide, die selbst mit luftgetrocknetem Eichenholz oder amerikanischer Weißeiche verkleidet ist, dem Hobbyraum mit seinem pflanzenbasierten Sensor-Gussboden und den pocket-doors für den mudroom (was immer das auch sein mag).

Zugegeben: Natürlich ist es wohlfeil, über vermeintlich dekadenten Luxus zu spotten und damit klassenkämpferische Reflexe zu bedienen. Schließlich pflegt jeder von uns seine persönlichen Marotten (pardon: Vorlieben), von Bodenprojektionen der Auto- oder Geschirrspülertüren über den LED-Espresso-Timer am Handgelenk bis hin zum höhenverstellbaren Fressnapf für Struppi oder dem Katzenkopfmassagegerät für Miezi.

Niemand wünscht sich ernsthaft ein System zurück, in dem alle Dinge im Namen einer übersteigerten Gleichheitsidee eingeebnet wurden, bis hin zum Einheitsauto (auf das man zudem viele Jahre warten musste) und Einheitswohnungen in Großwohnsilos für die arbeitende Bevölkerung, ganz abgesehen davon, dass es auch in einem System gleicher Menschen solche gab, die noch gleicher waren, um George Orwell zu zitieren. Was in solchen Gesellschaften oft auf der Strecke bleibt, ist die Grundidee von Freiheit, die die allermeisten Menschen an einer offenen Gesellschaft schätzen, und die unter anderem als Meinungs- und Pressefreiheit, als Handlungsfreiheit auch in Form freier wirtschaftlicher Betätigung oder Berufsfreiheit, als Versammlungsfreiheit oder als Freizügigkeit in unserer Verfassung geschützt ist.

Vom Grundgesetz nicht geschützt und nicht gewollt ist aber ein schrankenloser Kapitalismus, in dem die wirtschaftlich Stärksten ungezügelt und ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl agieren können. Das Sozialstaatsprinzip verpflichtet staatliches Handeln auf die Maßstäbe sozialer Gerechtigkeit, sozialer Sicherheit und Chancengleichheit, das vom Bundesverfassungsgericht postulierte Grundrecht auf Zukunft zu generationsgerechten Klimaschutzmaßnahmen.

Notwendig sind daher gerechte Beiträge Vermögender zur Finanzierung des Gesundheits- und Pflegesystems, der staatlichen Bildungsaufgabe, der öffentlichen und sozialen Sicherheit, aber auch in Bezug auf ihren Ressourcenverbrauch, vor allem bei Konsumemissionen. Ein wichtiger erster Schritt wäre mehr Transparenz sowohl zur Höhe der Vermögen als auch zu den damit schon jetzt geleisteten Beiträgen zum Gemeinwohl.

Wer es sich leisten kann und will, soll auch künftig die Master-Ankleide seiner Villa mit luftgetrockneter amerikanischer Weißeiche vertäfeln lassen oder sich den neuesten Supersportwagen gönnen. Er sollte aber auch seinem Vermögen gemäß Steuern zahlen und für den überdimensionalen ökologischen Fußabdruck zur Kasse gebeten werden. Denn ein faires Steuersystem ist ebenso Fundament der Demokratie wie generationengerechte Klimapolitik.

Villa in München-Bogenhausen mit Wellnessbereich und Weinkeller für 13,2 Millionen Euro


Gedenken an Lisa

 Es ist jetzt über ein Jahr her, dass dieser schreckliche Unfall passiert ist und die Urnenbeisetzung auf dem Westfriedhof stattfand. In dieser Zeit gab es von Nürnberg aus immer wieder engen Kontakt und einige Besuche ins obere Donautal, wo Lisa zuletzt wohnte ....

Es schmerzt uns alle noch sehr und zur Trauerbewältigung hat Sarah für ihre Schwester eine Sammlung von Erinnerungen aus Lisas Freundeskreis und der Familie als Ringbuch drucken lassen. Sehr berührend...

Mich hat ein Beitrag tagelang verfolgt: Sophie hatte kurz nach der Urnenbestattung einen fiktiven Brief ihrer umgekommenen Tante an sich selbst geschrieben.


Jetzt ist auch der Grabstein aufgestellt ...



Oed

 Eigentlich hatte ich gestern vor, mit der S-Bahn und Rad nach Hartmannshof zu fahren und dann mit dem Rad Richtung Etzelwang usw. weiter ... Da die Temperaturen etwas erträglicher sein sollten, hab ich Geli zu einer gemütlichen Autotour (habe in letzter Zeit viele km und Sprit gespart) über Land nach Oed eingeladen. Dort gibt es den "Bayerischen Johann"- eine Gaststätte mit Biergarten. Gemütlich sind wir auf bekannten Schleichwegen hin gegondelt (Kalchreuth, Beerbach, Simonshofen, Lauf links, Ottensoos, Rüblanden, Henfenfeld und B14 nach Weigenhofen ) . Dort war es für einen Freitagmittag doch recht voll - viele RadfahrerInnen und andere Ausflügler. Ein Schattenplatz war aber drin. Die zwei Bedienungen, die über die schmale Straße zur Küche wetzen müssen, waren noch gut drauf. Meine Forelle war vorzüglich und die Rechnung mit Suppe und Leber für Geli war noch unter 50€ !!! 

Die Rückfahrt wollte ich etwas schneller gestalten und bin dann die B14 durchgefahren. Fehlentscheidung: Freitagspendlerverkehr, quer durch Nürnberg mit Baustellen und Ampeln. Zeitersparnis 0 und viel Nervenkraft. Die Nacht war dann auch nicht so erholsam (Bahnbaustelle mit Warnsignalen ...) . Zur Entspannung hab ich dann in aller Früh und angenehmer Frische meine Regnitztour bis Eibach gemacht. Schöne Pausenstelle: Die Trainingsstrecke der Kanuabteilung der Sportgemeinschaft Victoria unterhalb der alten Bibertbahn 


Bardentreffen

 Am Freitag Abend bin ich zum Bardentreffen und wollte nur mal so rumschlendern und einige Straßenbands anhören. Es war noch sehr, sehr warm. Deshalb bin ich bald wieder mit der U-Bahn zurück. Am Samstag hab ich mir aus dem Programm 3 Sachen herausgesucht. Die StereoSterne waren gut. Bei Gangstagrass hab ich mich in der Zeit getäuscht. Auf dem Weg zum Hauptmarkt hab ich in der Kaiserstraße noch drei Bands erlebt, wobei mir diese sympathischen Joungsters recht gut gefallen haben:

Am Hauptmarkt dann furchtbare, überteuerte fish&chips verspeist und dann rüber zu Butter Funk Family. Ich hatte zwar einen Campinghocker dabei, aber irgendwie war mir das dann alles (auch musikalisch) zu viel. Also wieder heimwärts. In der ARD Mediathek kann man ja einige Auftritte bei sehr guter akustischer und filmischer Qualität ansehen. Ist dann besser für mich ... Dabei hab ich eine Aufnahme aus 2024 entdeckt von einem Konzert, das ich damals auch abgebrochen habe: Vooodoo Jürgens. Man versteht zwar nicht alles was er singt, aber der Auftritt und seine phantastische Band konnte ich so erst richtig genießen ... Und dann habe ich noch zwei Sachen versäumt: Einmal das Jahreskonzert der Musikschule am Donnerstag und dann noch einen Auftritt in der Nähe, den ich gerne erlebt hätte .... 

Neuer Kulturort in der Manfred-Roth-Straße in Fürth  Mit „Hübschers Eventraum“ in der Manfred-Roth-Straße 19 hat sich Ralf Hübscher einen lang gehegten Traum erfüllt, die technische Ausstattung entspricht Profi-Standards, Platz ist für knapp 100 Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Feuerprobe hieß „Soccer goes Silent Movie“, nun wird's erneut jazzig, aber ohne Ball: An diesem Sonntag (2. August) macht Hübscher die Bühne frei für die Sunday Night Blues Band und damit für ein Gipfeltreffen einiger Altvorderer der Nürnberger Blues- und Rockszene. Ab 19 Uhr werden der Schwabacher Sänger Reinhold Engelhardt (NC Brown Blues Band), Norbert Meyer-Venus (Bass, bekannt unter anderem vom Hildegard Pohl Trio), Roli Müller (Gitarre) und Soulcan-Mann Markus Grill (Schlagzeug) den Saal rocken. Interessant: Unsere Nachbarwohnung wird momentan von der Firma AH Häusler renoviert. Der Ralf Hübscher scheint Geschäftsführer zu sein. Ein Multi-Talent (Installateur, Volkswirt, Jazzsänger)

Das Bardentreffen feierte ja seinen 50.Geburtstag und die Anfänge hab ich auch erlebt. Der langjährige Organisator Charly Fischer gibt dazu ein Interview. Er hat ja auch die Frankenbänd gegründet. Die neueste Aufnahme kann hier abgehört werden ...


Schiffsflucht

 Bei meiner abendlichen Radtour am Montag konnte ich an der Schleuse Nürnberg beobachten, dass zwei große Flusskreuzfahrtschiffe leer Richtung Bamberg unterwegs waren. Normalerweise laden sie im Nürnberger Kreuzfahrthafen ihre Gäste, die Nürnberg besucht haben, und servieren auf der Fahrt dann das Abendessen ... Meine Erklärung wäre gewesen: In der Donau herrscht Niedrigwasser und die Schiffe werden ins Rheingebiet verlegt. Nur dass dort auch Niedrigwasser ist ...

Hat mich zu dieser Karikatur animiert (KI hergestellt):

Die heutige Meldung zur Situation sieht so aus: Lage spitzt sich zu: Pegelstände sinken weiter

Auf Pegelonline gibt es dazu weitere Informationen ...

Der Kreuzfahrtbereich ist nicht das Problem, die Lastkähne braucht man eher. Die größten Anpassungen zum Extremwetter wird es in der Landwirtschaft geben - und zwar europaweit ....