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NN Kunstpreis

 Am Mittwoch hab ich Geli hingeschoben und am Donnerstag bin ich noch mal hin. Die PreisträgerInnen sind gut. Besonders gefreut hat es mich für Akbar Akbarpour (Atelier in Fürth) , der sich schon mal mit mehr abstrakten Gemälden beteiligt hat. Diesmal ist ihm ein Glücksgriff gelungen.


Alle ausgestellten Werke sind (bis 30.August) noch hier ausführlich anzusehen.

Mir persönlich hat mir sehr gefallen:
Wieder mal Clemens Heinl mit seinem übermannsgroßen Herr R.Zimmermann (aus 2024 !)

alias Dylan
Für den Publikumspreis werde ich abstimmen für Matthias Lehr mit seiner kleinen aber feinen Skulptur "Bildhauerin"

Von der Ausbildung her ist er Goldschmied und betreibt das Gießen nach eigener Aussage als Hobby.
2024 war er erstmals dabei mit dem Holzhacker. Liiert ist er mit einer koreanischen Textilkünstlerin.

sehr sympathisch
Erstmals dabei Eva-Maria Mandok mit zwei Figuren. Sie verfolge ich schon seit Jahren. Wurde Zeit, dass sie mal angenommen wurde ...

Sie und ihre Figur

Spiegelein,Spiegelein

Bunte Hunde
Zeichnerisch hat mir sehr gefallen "Wir" (Graphit auf Papier) von Ingrid Riedl. Aufgefallen ist sie mir schon vor Jahren mit ihrer sehr kleinen Atelier-Galerie am Grünen Markt in Fürth. Jetzt arbeitet sie in den Tilly-Studios (im November wieder Open House)



Alte Bekannte ( Joseph Stephan Wurmer, Gerhard Rießbeck, Inkuyu Park, Mathias Otto, Axel Gerke, Ilse Feiner) sind dabei .

Genauer hinschauen muss man bei Sonja Weber . Die Technik hab ich 2022 schon gesehen : 
Die Sache mit "nomen est omen" wollen wir lieber nicht erläutern, weil es sich bei Sonja Webers gewebten Bildern nicht um traditionelle Textilkunst handelt. Der handwerkliche Aspekt der Weberei steht keineswegs im Focus ihrer Arbeit. Vielmehr changiert sie zwischen den Medien Fotorealismus, Computerkunst, Textilkunst und Tafelmalerei. Das Ergebnis ist ein Jacquard-gewebe, das sie auf einen Keilrahmen spannt. Die Grundlage für die Darstellung von Wasser, Wolken und Haaren bildet eine von ihr aufgenommene Fotografie, die sie bearbeitet und auf einem computer-gesteuerten Webstuhl umsetzt in ein sehr feines Gewebe, das eine irisierende Oberfläche aufweist.
Lichtstimmung (2025)

Und so gibt es noch Einiges zu sehen . Der Katalog (20 €) lohnt sich ...




Wolfgangshof

Am Wolfgangshof findet nach 5 Jahren Pause wieder der Kulturpalast Anwanden statt. Ich war gestern dort und hab mir mal die Kunst angesehen. Nach schwierigen Jahren ist der Kulturpalast Anwanden zurück auf dem weitläufigen, charmanten Gutshof mit seinen Scheunen, Freiflächen und historischen Gebäuden. „Es ist ein Neustart nach fünf Jahren – und wir geben voll Stoff“, sagt Organisator Andreas Radlmaier über das Festival, das von einem Verein mit großem ehrenamtlichem Engagement gestemmt wird. (NN+)

Besonders haben mir gefallen : Die Kleidung "lebensecht" von Reinhard Erbes aus Lindenholz und die kolorierten Linolschnitte von Margreet Dujneveld. 

aus Lindenholz
Am Sonntag war ich nochmal dort und habe mir von diesem Holzkünstler erklären lassen wie er arbeitet. Alles geschnitzt ! Er hat keine Website stellt aber im Juli in Rosstal aus ....
Auch sie stellt in Rosstal aus und zwar im September ...

Linolschnitt

Und überhaupt es macht immer wieder Spaß über das Gelände zu streifen und in den Gebäuden neue Perspektiven zu entdecken ....



Utopia mit Illustrationen von Prechtl

 Habe mir aus dem Bücheregal herausgenommen: 

Utopia.

Ein wahrhaft kostbares und ebenso bekömmliches wie kurzweiliges Buch über die beste Staatsverfassung und die neue Insel Utopia. Verfasst von dem hochberühmten Thomas Morus. Ins Deutsche übersetzt von Gerhard Ritter.

Mit sechzehn zeitnahen Bildern von Michael Mathias Prechtl, Maler zu Nürnberg 


Der Text des Romans Utopia ist dort abgedruckt. Kann man lesen - die Zusammenfassung von Deutschlandfunk Kultur unter dem Titel "Possenreißers Insel-Narretei " möge hier genügen.

Für mich wertvoll sind die 16 Graphiken von Prechtl. Sehr guter Druck. Auf der Rückseite der Textimpuls aus dem Buch. Und auf wunderbare Weise dann im Bild -  teilweise verschlüsselt mit Bezug auf neuere Zeitverläufe - graphisch herrlich umgesetzt.


Zur Entschlüsselung sehr vorteilhaft die herausnehmbare achtseitige Beilage: "Thomas Morus betrachtet Michael Mathias Prechtls Bilder zu seiner 'Utopia'": Anmerkungen von Irving Fetscher mit Widersprüchen des Künstlers.

In meinem Blog Spuren habe ich mich in den letzten kalten Tagen außerdem beschäftigt mit :

Kerouac : Gammler, Zen und Hohe Berge

und 

Haarmann / Geschichte eines Werwolfs


Weimar

 Gestern bin ich mit dem schnellen Regionalexpress nach Erfurt und der Regionalbahn weiter nach Weimar. Wie so oft hab ich mich nicht vorbereitet, sondern ließ mich treiben ... Die Weimarer Klassik begleitet einen beim Bummeln ständig auch wenn man nicht gezielt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ansteuert. Aber auch die neuere Geschichte ist erfahrbar. Buchenwald ist nur 10 km entfernt und mit dem Bus gut erreichbar (wird noch besucht). Auf dem Weg vom Bahnhof in die Altstadt kommt man noch an den großformatigen Fotos von Überlebenden des KZ vorbei, die 2019 aufgestellt wurden. 

1919 war hier im Theater die erste Nationalversammlung der neuen Republik:

Nationaltheater

Es gibt eine Menge von interessanten Gebäuden und ich hab einige fotografiert z.B.:

Cranachhaus

Für mich war eine besondere Entdeckung das Kirms-Krakow-Haus.


mit kleinem Café und idyllischem Garten

Interessant ist ja auch die Geschichte des Hotels Elefant.... Bin dann noch in den Park an der Ilm Richtung Goethes Gartenhaus. Die 8 Euro Eintritt hab ich mir gespart und dann lieber zurück und ins Café Frauentor. Auf dem Weg war ich noch kostenlos in der Bastille, die momentan in der Feststellung der Bausubstanz aber zugänglich ist. Solch kleinen Momente des Innehaltens  rundeten dann  den Ausflug mit viel "Latscherei" ab:

Café

E-Kutsche

der chinesische Tuschemaler

Super Abfallbox

Hier noch Weimar kennenlernen und Weimar Kulturhauptstadt 2099 

Näherei

 Sophie hat mit 5 anderen Mädels bei Naht und Tat in Nürnberg einige Montag Nachmittage einen Workshop Nähen mitgemacht und schrittweise tolle Ergebnisse produziert:

Nadel- oder Duftkissen mit Stickerei

Federmäppchen als Upcycling 

Stofftasche mit Innentasche

Hose aus Jerseystoff

Prechtl Ausstellungen

Zum 100jährigen Geburtstag von Michael Mathias Prechtl gibt es in Nürnberg momentan 2 Ausstellungen, die ich in einem Orientierungsgang besucht habe. Zuerst im Albrecht Dürer Haus die Schau "Mit Dürer im Herzen


Michael Mathias Prechtl bereiste 1970 im Vorfeld von Albrecht Dürers 500. Geburtstag die Niederlande, angeregt von Dürers Reise 1520/21. Die unterwegs entstandenen Zeichnungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung . Sie greifen Motive von Dürers Reiseskizzen auf, holen sie in die Gegenwart und drehen sie vielfach spielerisch ins Gegenteil. Zugleich beweisen sie Prechtls ureigene technische Virtuosität. (Das zugehörige Skizzenbuch gibt es nur noch als Sammlerstück - ich besitze ein Original ...)


Die Ausstellung kann man mit der Dürer APP verfolgen (auch zu Hause ...)
Beispiel einer virtuosen Zeichnung : Die lange Mauer 

klein aber fein

Die zweite Schau gibt es im Kabinett der Kunstvilla: Mit Röntgenblick 
Die Ausstellung spannt einen Bogen über zwei Jahrzehnte seines künstlerischen Wirkens: Von der Auseinandersetzung mit Rembrandt über das Porträt des langjährigen Direktors der Kunstsammlungen Wilhelm Schwemmer bis hin zum Ehrenbürger Hermann Kesten offenbart sich Prechtls Gespür für Charakter und Zeitgeist. 

Nur Schwemmer wird gemalt und Kesten im Café sind als große Werke gehängt und beeindrucken deshalb besonders.



Von letzterem gibt es in einem virtuellen Museum Nürnberger Kunst eine gut aufbereitete Interpretationshilfe: Hermann Kesten im Café ... Zur Entstehung des Bildes äußert sich Prechtl zu Lebzeiten noch hier.
Ab Ende April gibt es dann in Amberg eine größere Sonderausstellung. Neben dem Städtchen bestimmt sehenswert ... (alter Bericht hier)
Auch wenn ich schon seit Jahren einige Bücher und Drucke von Prechtl habe, kann man sich immer wieder neu mit ihm beschäftigen ...
 

Nochmal ORBIT

 Ich hab mir ORBIT nochmal angesehen. Diesmal mit Long und Helge. Ich wollte mir die Feinheiten zu Gemüte führen, die man in dieser massiven Aufführung doch mal wieder vergisst. Hat sich gelohnt! Besonders möchte ich hier neben der musikalischen Leistung der "Band" das schauspielerische Können von Thorsten Danner hervorheben. Er tritt hier in mindestens 8 ganz verschiedenen Rollen auf z.B.: Als Kneipenwirt Gustl mit Sprachgewalt. Als kaputter Rio Reiser. Als irrlichtender Dylan. Als pantomimischer Derwisch in der Darstellung von Basisdiskussion im Komm. Als fränkelnder Kommissar Bauernfeind ...


Musikalisch Klasse natürlich der Umgang mit den kleinen keyboards.

Und dann in dieser Aufführung zum Schluss hin die technische Panne mit den Projektionen der Orginalbands. Sie konnten nicht mehr gezeigt werden, führten zu einer kurzen Unterbrechung des Stücks, wurden dann hervorragend mit musikalischer Spontanität ersetzt und verdienten zum Schluss die dreimaligen Standing Ovations ....Gelungen.

Wenn Klaus von seinem Schlaganfall wieder genesen ist, würde ich gerne mit ihm das Stück nochmal besuchen ....

Holzbildhauerei

 Gestern die Ausstellung Holzbildhauerei im Kunstmuseum Erlangen gesehen. Nicht so klein und dazu noch fein

Clemens Heinl

Franz Weidinger

Hermann Frauenknecht

Christoph Bäuml

Nadine Elda Rosani

Harald Kienle

Katalog lohnend (15 Euro)

Werner Tübke

 Gestern sah ich in der Mediathek einen Film über das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen. (nur noch bis Mai zu sehen!) Kurzform in Audio hier ...

Wiki: Das Bauernkriegspanorama ist ein monumentales Panoramabild über den Bauernkrieg mit dem Titel Frühbürgerliche Revolution in Deutschland des Leipziger Malers Werner Tübke. Es befindet sich im Panorama Museum, einem eigens dafür errichteten Gebäudekomplex, auf dem Schlachtberg bei der thüringischen Kleinstadt Bad Frankenhausen am Fuße des Kyffhäusergebirges. Das Werk entstand in den Jahren 1976 bis 1987, ursprünglich zum Gedenken an den Deutschen Bauernkrieg und den Bauernführer Thomas Müntzer. Mit einer Fläche von 1722 m² zählt es zu den größten Panoramen der Welt.


Aus der Website des Museums: Ein Bilddom der Superlative - 14 Meter hoch und 123 m im Umfang. Über 3.000 Figuren und 75 Schlüsselszenen, die es zu entdecken gibt. Man kann dieses Panorama hier als Bildsaaltour verfolgen ! Dazu vielleicht noch im Podcast 30 Minuten Kunst einige guten Erklärungen . 

Tübke 1991

Der Künstler Werner Tübke war ein Phänomen. In einer Ausstellung 2017 in Zwolle wurde darauf hingewiesen: „Werner Tübke (1929–2004) – Meister der Malerei zwischen Ost und West“ ist die erste große Übersichtsausstellung zu Werner Tübke (1929–2004), dem Fahnenträger der „Leipziger Schule“, außerhalb Deutschlands. Das DDR-Regime beäugte Tübke anfangs sehr kritisch, gestand ihm aber ab den 1970er-Jahren einen größeren Freiraum zu. Seine ersten Staatsaufträge erhielt Tübke bereits in den 1950er-Jahren. Im Jahr 1976 erhielt er den bedeutendsten Auftrag in der Geschichte der DDR-Kunst überhaupt, nämlich in Bad Frankenhausen ein Panorama zur Frühbürgerlichen Revolution in Deutschland zu malen. Es sollte eines der größten Gemälde der Welt entstehen. Dennoch war er kein Propaganda-Künstler. Er übertrug aktuelle Themen in zeitlose, im Stil der Renaissance oder des Manierismus gemalte Allegorien, die seine Kunst von der Politik abhoben. Seinen künstlerischen Wert vermochte Tübkes virtuoses, häufig theatralisches und stets eigenwilliges Werk daher auch nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 weiter zu behaupten. In Zwolle präsentiert das Museum de Fundatie an die hundert seiner Gemälde, darunter sämtliche Höhepunkte seines Œuvres inklusive der fünfzehn Meter langen Vorstudie seines Panoramas zum Deutschen Bauernkrieg, der Serie Lebenserinnerungen des Dr. jur. Schulze und des Entwurfs für Arbeiterklasse und Intelligenz in der Universität Leipzig.

1961

1966

1977 als Marionette

1988 Selbstbildnis
Im Städel Frankfurt war letztes Jahr noch eine kleine Ausstellung . Ein Porträt vom MDR gibt es hier . Das Germanische Nationalmuseum soll sein Erbe verwalten ?