Durch Zufall und glückliche Umstände befinde ich mich in der Region Franken. Ich muss nicht unbedingt weit weg. Hier sind meine Reisen ...
Buch: Im Grunde gut
Schirach - neues Buch
Habe ich geschenkt bekommen. Hätte ich mir für 22 Euro / 172 Seiten / große Schrift nicht gekauft ...
Was für ein Sammelsurium an Geschichten, Anekdoten, Novellen, Porträts etc.! Wie schon in den vorherigen Erzählbänden, so mischt Ferdinand von Schirach auch hier wieder unterschiedliche Textsorten mit ebenso fleißig wechselnden Inhalten. Wie zuvor auch, so ist auch in „Derstille Freund“ der Ton oft melancholisch, wie schon öfter festgestellt dominiert auch hier wieder dieser kosmopolitische Zeigegestus: Seht her, ich war schon überall, aber jetzt auch noch in Namibia, Kapstadt, Wien, Florenz, wo einige der neuen Geschichten spielen. Sei’s drum.Trotzdem worum geht es Ferdinand von Schirach eigentlich bei all diesen so heterogenen Erzählstücken? Geht es ihm um Aufklärung, geht es ihm um Unterhaltung, geht es ihm um Thrill? – Ja, auch das fragt man sich bei manch einer seiner Miniaturen. Der kleinste gemeinsame Sinn ist wohl der, dass es ihm vor allem um den eigenen Blick auf die Welt geht. So bleibt am Ende der Lektüre von „Der stille Freund“ der Eindruck einer erzählerischen Wundertüte, in der Nieten und Gewinne recht gleichmäßig verteilt sind und somit die reelle Chance besteht, wenigstens zur Hälfte von diesem Buch angetan zu sein. Das ist ja dann auch schon was.
https://www.sr.de/sr/srkultur/home/aktuelles/20250826_ferdinand_von_schirach_der_stille_freund_100.html
Ich kenne Schirach nur von der recht gut gemachten Krimireihe Schuld. Habe das Büchlein in einem Zug durchgelesen und werde es bei Gelegenheit wieder mal zur Hand nehmen...
Ist der Mensch im Grunde gut oder schlecht ?
Erwähnt werden 3 interessante Bücher:
Ausstellung Grand Hotel Parr
Gestern am Abend noch ins Neue Museum. Dort hab ich mir einen Überblick über die wunderbare Ausstellung Grand Hotel Parr verschafft. Durch Zufall konnte ich nebenher eine Kuratorenführung mit Christof Schaden etwas mitverfolgen. Ein Beitrag des SWR schafft eine gute Übersicht :
Plastikblumen, Sonnenöl und Fotobücher
Grand Hotel Parr: Ein schräger Check-in ins Universum von Martin Parr
Das Neue Museum Nürnberg verwandelt sich mit der Ausstellung „Grand Hotel Parr“ in ein verrückt-verspieltes Gesamtkunstwerk. Fotograf Martin Parrs Welt aus Kitsch, Tiefsinn und Farbe lädt zum Entdecken ein.
Abschaffung des individuellen Asylrechts ?
Im Frühjahr zur Zeit der Koalitionsverhandlungen der neuen Regierung stellte der Chef des BAMF in einem Vortrag bei der Konrad Adenauer Stiftung das individuelle Asylrecht in Frage. Hans-Eckart Sommer (CSU Mitglied) tat dies als Privatperson ...
Im zugeschalteten Interview (ab 1:22) zeigte der Migrationsforscher Gerald Knaus auf, dass dies nicht so einfach geht.
Aktuell hat sich nun ergeben, dass sich die Innenminister der EU auf verschärfte Asylregeln geeinigt haben. Das muss aber noch im EU Parlament abgesegnet werden. Welche Schwierigkeiten es da gibt hier ....
In einem Interview aus 2023 zeigt die Völkerrechtsprofessorin Nora Markard (2023) recht übersichtlich , welche Konsequenzen es gäbe, wenn Deutschland das individuelle Asylrecht abschaffen würde:
In letzter Zeit wurde wiederholt die Forderung erhoben, eine "Obergrenze" für die Aufnahme von Schutzsuchenden einzuführen. Das würde bedeuten, dass, wenn mehr Schutzsuchende kommen als von der "Obergrenze" vorgesehen, sie keinen Asylantrag in Deutschland stellen können. Dadurch würde Deutschland das sogenannte individuelle Asylrecht abschaffen. Wie soll das funktionieren?
Nora Markard: Deutschland müsste aus vielen internationalen Verträgen austreten. Das wären zum Beispiel die Genfer Flüchtlingskonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention.
Könnte Deutschland das einfach tun, aus der Genfer Flüchtlingskonvention austreten?
Ja. Nach Artikel 44 der Genfer Flüchtlingskonvention können Staaten „das Abkommen jederzeit durch eine an den Generalsekretär der Vereinten Nationen zu richtende Mitteilung kündigen“. Sie wird dann ein Jahr später wirksam. Wie gesagt müsste Deutschland aber auch aus zahlreichen anderen Verträgen austreten – und sogar aus der EU!
Deutschland müsste aus der EU austreten, um das Asylrecht abzuschaffen?
Der Kern des individuellen Asylrechts ist das Gebot des Non-Refoulement. Es bedeutet, dass niemand in eine Situation abgeschoben werden darf, wo Verfolgung, Folter oder unmenschliche Behandlung droht. Das ist ein menschenrechtlicher Standard, der in vielen Verträgen enthalten ist – so eben auch in den Verträgen der Europäischen Union, zum Beispiel in der EU-Grundrechtecharta. In der EU ist er sogar durch zahlreiche Verordnungen und Richtlinien konkretisiert, die in Deutschland im Konfliktfall Vorrang vor dem nationalen Recht haben. Deutschland könnte der Verpflichtung des „Non-Refoulements“ also letztendlich nur entgehen, indem es aus der EU austräte.
Die Verpflichtung des „Non-Refoulements“ bliebe dann aber wegen der anderen internationalen Verträge, an die Deutschland gebunden ist, bestehen. Deutschland müsste auch aus allen anderen austreten, etwa aus der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Genau. Russland hat das ja zuletzt getan. Für einen EU-Mitgliedstaat wie Deutschland wäre ein solcher Austritt allerdings ein großes Problem. Denn die EU-Verträge schreiben die Gewährleistung bestimmter Menschenrechte, inklusive des Asylrechts, vor. Wenn Deutschland also aus diesen Menschenrechtsverträgen austreten würde, würde es auch die EU-Verträge verletzen. Der Rat der EU könnte dann die deutschen Mitgliedschaftsrechte suspendieren. Wir würden uns also auf einer Ebene mit Polen und Ungarn bewegen – nur noch schlimmer, weil dort immerhin formal die Menschenrechte noch gelten.
Sagen wir, Deutschland tritt aus den genannten menschen- und asylrechtlichen Verträgen aus: Dann stünde der Abschaffung des individuellen Asylrechts nichts mehr entgegen?
Doch. Wie bereits erwähnt, ist der Kern des individuellen Asylrechts das Gebot des Non-Refoulement: Dieses Gebot wird auch als Teil des Folterverbots angesehen. Jemanden in eine Situation, wo Folter oder unmenschliche Behandlung droht, abzuschieben, ist ebenso wie die Folter selbst verboten. Das bedeutet dann auch, dass man solche Gefahren im Zweifel vor der Zurückweisung an der Grenze individuell prüfen muss.
Deutschland müsste also auch aus Verträgen, die Folter verbieten, austreten, um das Asylrecht abzuschaffen?
Selbst das würde nicht genügen. Das Folterverbot zählt zum Völkergewohnheitsrecht, es wird sogar als „ius cogens“, also als „zwingendes Völkerrecht“ angesehen. Das Refoulement-Verbot ist davon nach überwiegender Ansicht mit umfasst. Das bedeutet, dass es unabhängig von konkreten völkerrechtlichen Verträgen für alle Staaten gilt und nicht einfach aufgekündigt werden kann.
Wäre es möglich, einfach bestimmte Kontingente an Flüchtlingen aufzunehmen, im Sinne einer Obergrenze?
Das Kontingentmodell kann es immer nur zusätzlich zum individuellen Asylrecht geben, es kann den völkerrechtlich gebotenen Schutz von Menschen an der Grenze nicht ersetzen. Rechtlich kann es also immer nur um die zusätzliche Aufnahme eines Kontingents von Menschen direkt aus dem Ausland gehen, um ihnen den gefährlichen Weg zu ersparen. Für die Auswahl dieser Personen kann man dann Kriterien bestimmen, die man unterschiedlich ausgestalten kann. Man sollte das aber nicht als Alternative zum Asylrecht missverstehen – denn die Personen, die außerhalb des Kontingents kommen, haben weiterhin einen Anspruch auf das „Non-Refoulement“.
Genauso ist es mit einer „Obergrenze“: Wenn nach Erreichen der Obergrenze noch jemand kommt und Anspruch auf Schutz hat, dann ist seine Zurückweisung völkerrechtlich und unionsrechtlich verboten, Obergrenze hin oder her. Mal ganz abgesehen davon, dass das Dublin-System außerdem zwingend eine Zuständigkeitsprüfung vorschreibt. Man kann nicht einfach sagen „wir nicht“, ohne zu klären, wer stattdessen für das Verfahren zuständig sein soll. Das haben wir auch alles schon ausführlich 2016 diskutiert, als Herr Seehofer das propagiert hat.
Warum hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Auffassung durchgesetzt, dass der beste Weg, um Geflüchteten Schutz zu gewähren, das individuelle Asylrecht ist?
Während des Zweiten Weltkriegs standen Jüdinnen und Juden, die vor den Nazis fliehen wollten, vor der Schwierigkeit, dass kaum ein Staat bereit war, sie aufzunehmen. Sie waren diesen Staaten gegenüber völlig rechtlos. Viele von ihnen konnten deswegen Nazideutschland nicht verlassen. 1938 gab es auf Initiative von US-Präsident Roosevelt eine Konferenz in Évian mit Vertretern von 32 Staaten, um eine gemeinsame Aufnahmepolitik auszuhandeln. Die Konferenz scheiterte. Dass wir das Grundrecht auf Asyl 1949 in das Grundgesetz aufgenommen haben, ist eine direkte Reaktion auf diese Taten- und Rechtlosigkeit.
Interview: Donata Hasselmann
In den Blättern war ein interessanter Artikel : Kanada als Vorbild ...
Was soll die re:publica sein ?
Schon länger her, aber für mich immer noch hörenswert: Sondersendung zur re:publica
War die Digital-Community naiv?
Kirchner Ausstellung
Gestern mit der S-Bahn direkt nach Neumarkt (ab 14.Dez. muss man umsteigen - die Linien werden wieder verändert ...) Besuch des Lothar-Fischer-Museums. Ausstellung: Heinrich Kirchner "Vom Abbild zum Sinnbild". Kirchner war für Fischer der Lehrmeister für Bronzeguss in München. (1953 wechselte er in das Fach Bildhauerei zu Heinrich Kirchner und hatte Kontakt zu Toni Stadler. )
Am Burgberg in Erlangen gibt es ja den Skulpturengarten Heinrich Kirchner - ein Refugium mit Aussicht auf die Stadt...Immer wieder gern besucht. Während dort überlebensgroße Figuren platziert sind, konnte man in der Ausstellung u.a. kleinere Werke in der Art von Vorstudien sehen. Von Fischer und Stadler und dessen Frau Priska von Martin sind zum Vergleich auch einige Kleinplastiken zu sehen. Alles irgendwie schön anzuschauen und gut präsentiert. Mir gefällt immer wieder die Architektur des Museums eingebettet im nun weiter ausgeweiteten Stadtpark.
Im Museum sind auch Dokumente der Sturm und Drang Zeit von Fischer mit der Gruppe Spur ausgestellt. Bei der Recherche zu Spur hab ich noch eine interessante Website zur "bayerischen Subkultur" gefunden. Und hier wird polemisch mit den Kunstrevoluzzern abgerechnet ...















