Zum Thema Wohnen hab ich bei Spuren 2 Artikel reingestellt:
und ganz neu:
Durch Zufall und glückliche Umstände befinde ich mich in der Region Franken. Ich muss nicht unbedingt weit weg. Hier sind meine Reisen ...
Im Januar erhielt Geli ein Schreiben mit dem Betreff: Einladung zum Bürgerforum - werden Sie Teil der Endlagersuche. Ausgewählt wurde sie per Zufallsauswahl . Das Ganze findet unter der Regie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit statt. Dazu gibt es extra das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ....
Momentan ist ein Großteil der hochradioaktiven Elemente in Castoren untergebracht, die sich in Zwischenlagern befinden.
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| Verladung |
Dazu ein sehr interessanter Artikel in der ZEIT :Der Müll, der 100 Jahre stehen bleibt..
Zum Atomausstieg gibt es eine interessante Stellungnahme eines Energieunternehmens (EnBW)
Zu Söders geplanten Minireaktoren gibt es hier fundierte Informationen.
Zum 100jährigen Geburtstag von Michael Mathias Prechtl gibt es in Nürnberg momentan 2 Ausstellungen, die ich in einem Orientierungsgang besucht habe. Zuerst im Albrecht Dürer Haus die Schau "Mit Dürer im Herzen"
Mit Geli kann ich nur noch etwas unternehmen wenn in der Umgebung Toiletten zu finden sind. So sind wir am Montag vor dem Kälteeinbruch nach fast einem Jahr wieder mal mit dem ROLLZ ins Regensburger Viertel mit den ehemaligen DAF Gebäuden ....
Auf Nürnberg Info sind da einige Erläuterungen zu finden. Dieses Mal Toilettengang im neuen August-Meier-Heim. Dann Kaffeetrinken im neuen Regensburger Viertel.
Danach konnten wir eine Bewohnerin befragen, die noch in einem alten DAF Häuschen seit 50 Jahren wohnt. Sie hat uns über die Besitzverhältnisse der Grundstücke aufgeklärt: Die Neubauten und ihre alte Häuserreihe gehören zum Besitz des bayerischen Staates ( das Siedlungswerk Nürnberg - eine Organisation des Freistaats- hat das neue Viertel bauen lassen). Der östliche Teil ist im Besitz der Stadt Nürnberg.
Sie hat uns erzählt, dass noch weiter östlich vor Jahrzehnten ehemalige Hausbesetzer dort von der Stadt Unterkunft bekommen haben. (Die Geschichte der autonomen Szene in Nürnberg hier). Wir sind dort noch hin gefahren und es gibt wirklich das Olaf Ritzmann Kollektiv ...
Dort gleich neben an hat eine Gruppe die Hausnummer 406 von der Stadt erworben und will renovieren und gemeinschaftlich dort leben. Ein Haus Syndikat.
Zufällig hab ich zuvor einen interessanten Podcast zum Wohnen gehört. Der Inhalt wird im Blog Spuren erläutert ...
Um dem Berufsverkehr zu entgehen sind wir noch über den Südfriedhof. Beeindruckend ist das Gräberfeld des "Lagerfriedhofs"
Gestern mit der Bahn nach Stuttgart. Auf Hin-und Rückfahrt beengte Verhältnisse: Der Zug kam jeweils nur in Kurzversion !! In Stuttgart war ich erschüttert. Das Projekt Stuttgart 21 zerstört die Stadt momentan ! Eigentlich wollte ich entspannt den Schlosspark und die Altstadt besuchen. Stattdessen tourte ich orientierungslos (wo ist ein schönes Cafe ? ) nur um die Baustelle (hier bei Komoot als Fernwanderweg). Auf der Hinfahrt sah ich ein Städtchen über dem Neckar thronend : Marbach. Mit der nächsten Bahn sofort zurück und dorthin.... Ein interessanter Ort. Im bergigen Ortskern sehr idyllisch und mäandernd zu erkunden. Oben in der Fußgängerzone einladend zum Verweilen. Unten am Neckar schöne Ruhepunkte (Bootshaus) ... Ausflug war lohnend aber noch zu kurz, da ja einige Museen vorhanden sind ...
Ich hab noch viel mehr fotografiert. Für mehr Fotos und längerem Aufenthalt ist diese hervorragende Site empfohlen ....
Ich hab mir ORBIT nochmal angesehen. Diesmal mit Long und Helge. Ich wollte mir die Feinheiten zu Gemüte führen, die man in dieser massiven Aufführung doch mal wieder vergisst. Hat sich gelohnt! Besonders möchte ich hier neben der musikalischen Leistung der "Band" das schauspielerische Können von Thorsten Danner hervorheben. Er tritt hier in mindestens 8 ganz verschiedenen Rollen auf z.B.: Als Kneipenwirt Gustl mit Sprachgewalt. Als kaputter Rio Reiser. Als irrlichtender Dylan. Als pantomimischer Derwisch in der Darstellung von Basisdiskussion im Komm. Als fränkelnder Kommissar Bauernfeind ...
Musikalisch Klasse natürlich der Umgang mit den kleinen keyboards.
Und dann in dieser Aufführung zum Schluss hin die technische Panne mit den Projektionen der Orginalbands. Sie konnten nicht mehr gezeigt werden, führten zu einer kurzen Unterbrechung des Stücks, wurden dann hervorragend mit musikalischer Spontanität ersetzt und verdienten zum Schluss die dreimaligen Standing Ovations ....Gelungen.
Wenn Klaus von seinem Schlaganfall wieder genesen ist, würde ich gerne mit ihm das Stück nochmal besuchen ....
Gestern interessehalber mal wieder einen Polizeiruf 110 gesehen. Titel Ablass. Gute Geschichte. Heute in der Mediathek nochmal gesehen. Eine Geschichte ohne Knallerei, mit intensiver Ermittlerarbeit und moralischem Kompass ...
Yann Arthus-Bertrand stellt die entscheidende Frage: Wie lange können wir diese Schönheit und unseren einzigartigen Planeten noch bewahren?
Er erzählt aus seiner persönlichen Sicht heraus, wie der Planet entstand, sich entfaltete und wir daraus ein Heim für acht Milliarden Menschen machten. Und wie all das auf dem Spiel steht, weil wir (??) es übertrieben, die Natur überfordert und über alle Maßen ausgebeutet haben. Der Film zeigt uns das Leben auf der Erde – in all seiner Pracht, Verletzlichkeit und Widersprüchlichkeit.
Es ist eine Hommage an unseren Planeten, aber auch ein eindringlicher Appell des Filmmachers, Verantwortung zu übernehmen. Denn eines steht fest: Einen Planeten wie die Erde gibt es nur einmal.
Um die unermessliche Vielfalt der Erde in Bildern einzufangen, reicht ein einzelnes Filmteam nicht aus. Bertrand macht aus dieser Herausforderung eine Stärke: Mit Unterstützung Dutzender Filmemacherinnen und Filmemacher aus aller Welt entstand ein visuell überwältigendes Werk – Der Film beeindruckt nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch. Mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Stilmitteln – von hochauflösenden Makroaufnahmen bis hin zu spektakulären Drohnenbildern entsteht ein Werk, das Kunst, Wissenschaft und Engagement vereint.
Von den Gletschern der Arktis bis in die Wüsten Afrikas, von den größten Meeressäugern bis zu den kleinsten Insekten, von Menschen in Europa bis in die Mongolei und nach Indien – Bertrand erzählt die Geschichte unseres Planeten neu: Wie der Mensch mit seiner Kreativität und Technik Naturkräfte gebändigt, Städte geschaffen und ganze Landschaften geformt hat – und wie er nun an einem Scheideweg steht. (Wachstum ist immer noch das wirtschaftliche Bestreben....)
Mich hat der Film fassungslos zurückgelassen: Die Fakten sind seit langem bekannt. Doch in dieser intensiven Darstellung ist es ein berührendes Erlebnis. Die Natur kann ohne den Menschen auskommen. Umgekehrt nicht. Doch was tun ? Am Schluss werden als Hoffnungsschimmer einige Statements von Frauen eingeblendet. Eine ausführliche Darstellung gibt es hier zu sehen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt .....
Nach Schnee, Frost und Regen ist nun das Frühjahr angekommen. Ich hab erst mal meine drei kleinen Beete und den Kasten für die Gewürzpflanzen wieder hergestellt. Dann war auch das Pedelec dran mit kleinen Touren in der Umgebung. (köstlichen Trinkjogurt im Milchhäusle von Kreppendorf und erstes Eis in Veitsbronn genossen ...).
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| Hummelsteiner Schloss |
In diesem sehr interessanten Artikel in den Blättern wurde sehr einsichtig dargestellt welche Mechanismen die Regimes von Trump, Putin, Orban, Modi, Erdogan ... bestimmen. Es geht um Patrimonialismus. Zitat aus dem Artikel "Mafiaboss im Weißen Haus": Patrimonialismus ist weniger eine Regierungsform als ein Regierungsstil. Er ist nicht durch Institutionen oder Regeln definiert; eher ist es so, dass er alle Regierungsformen dadurch infizieren kann, dass er unpersönliche, formale Autoritätsbeziehungen durch personalisierte, informelle ersetzt. Er basiert auf individuellen Loyalitäten und Verbindungen sowie darauf, dass Freunde belohnt und Feinde bestraft werden. Er findet sich nicht nur in Staaten, sondern auch bei Stämmen, Straßengangs und kriminellen Organisationen. In seiner Regierungsgestalt zeichnet sich der Patrimonialismus dadurch aus, dass der Staat so geführt wird, als sei er das persönliche Eigentum des Führers oder ein familiengeführtes Unternehmen. Er findet sich in vielen Ländern, aber sein wichtigster Vertreter in der Gegenwart war Wladimir Putin – bis zum 20. Januar 2025. In der Anfangszeit seiner Herrschaft führte er den russischen Staat als seine persönliche Gang. Die staatliche Bürokratie und private Unternehmen funktionierten weiterhin, aber das tatsächliche Prinzip der Regierung war: Stell Dich mit Wladimir Wladimirowitsch gut …, sonst gibt’s was.
Gestern die Ausstellung Holzbildhauerei im Kunstmuseum Erlangen gesehen. Nicht so klein und dazu noch fein.
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| Clemens Heinl |
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| Franz Weidinger |
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| Hermann Frauenknecht |
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| Christoph Bäuml |
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| Nadine Elda Rosani |
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| Harald Kienle |
Katalog lohnend (15 Euro)
Gestern sah ich in der Mediathek einen Film über das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen. (nur noch bis Mai zu sehen!) Kurzform in Audio hier ...
Wiki: Das Bauernkriegspanorama ist ein monumentales Panoramabild über den Bauernkrieg mit dem Titel Frühbürgerliche Revolution in Deutschland des Leipziger Malers Werner Tübke. Es befindet sich im Panorama Museum, einem eigens dafür errichteten Gebäudekomplex, auf dem Schlachtberg bei der thüringischen Kleinstadt Bad Frankenhausen am Fuße des Kyffhäusergebirges. Das Werk entstand in den Jahren 1976 bis 1987, ursprünglich zum Gedenken an den Deutschen Bauernkrieg und den Bauernführer Thomas Müntzer. Mit einer Fläche von 1722 m² zählt es zu den größten Panoramen der Welt.
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| Tübke 1991 |
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| 1966 |
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| 1977 als Marionette |
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| 1988 Selbstbildnis |
Diese Sendung machte mich darauf aufmerksam, dass Roger Willemsen schon 10 Jahre verstorben ist. Ich hatte mir das Buch "Das Hohe Haus" gekauft und darauf mal die Bundestagsabgeordneten meiner Region angeschrieben. Frage damals: Warum das Plenum manchmal - auch bei Abstimmungen - so erschreckend leer ist und ob man sich dessen nicht schäme. Antwort einhellig: Man sei ein Arbeitsparlament. Die eigentliche Arbeit liefe in den Ausschüssen. Für mich unbefriedigend - auch für Willemsen ...
Dieser Herr fiel mir wieder in der "Heute Show" auf. Er hat dort ab und zu die Sparte "Irgendwer mit Medien" : Friedrich Küppersbusch. Ich nahm an, dass er schon verstorben war. Und alt sah er aus - aber immer noch eloquent ... (er ist erst 64 !) . Ich kenn ihn noch von der Sendung ZAK . Damals super. Und heute ist er nicht nur als Produzent verschiedener Formate tätig, sondern hat auch seinen eigenen wöchentlichen Auftritt bei youtube : Küppersbusch TV ! Hier die aktuellste Sendung:
Gefunden: Wie Pete Hegseth das "Kriegsministerium" christianisiert | hpd
Von Fox News zum "Amerikanischen Kreuzzug" ...
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| Buchcover 2020 |
Im Podcast "Bayerisches Feuilleton" hab ich ein - auch sprachlich - schönes Statement gehört ...
Die Sendung Fastnacht in Franken des BR schau ich mir nicht stundenlang an. Vielleicht spitz ich mal rein um diese Aufgschau-Prominenz mit ihren aufwendigen Maskeraden zu entdecken. So auch gestern und durch Zufall erlebte ich auf der Bühne einen Peter Kuhn als Märchenonkel. Sehr angenehm und ruhig, kein üblicher Büttenredner, eher ein Reimer mit Ironie. Da hab ich ja die letzten Jahre einiges versäumt. Man kann bei you tube einige seiner früheren Auftritte im Video sehen. Und seine Rollen waren immer vielfältig und - perfekt. Seinen letzten Auftritt kann man hier ganz neu sehen.
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| als Wutbürger 2011 war er noch nicht so gut |
Sein Verein ist die Schwarze 11 und auf deren Website kann man einiges über ihn nachsehen ... 2009 erhielt er den Frankenwürfel mit einer tollen Laudatio ...
Sie war Teil der Scene und ist ausgestiegen. Jetzt gibt es das Buch " Broligarchie" von ihr.
Interview im Fluter: Oligarchie bedeutet Herrschaft von Wenigen. 2024 bezeichnete die britische Journalistin Carole Cadwalladr das Netzwerk von Tech-Milliardären, das sich Trump annäherte, als „Broligarchie“. Als Broligarchen gelten unter anderem Elon Musk (X, SpaceX, Tesla, Mitgründer von PayPal), Peter Thiel (Mitgründer von PayPal, Gründer von Palantir), Jeff Bezos (Amazon), Mark Zuckerberg (Meta – also Facebook, WhatsApp und Instagram) und Sam Altman (OpenAI).
Interview bei Jacobin: Die Barone dieser Industrie, wie Mark Zuckerberg von Meta oder Jeff Bezos von Amazon, sprechen oft von Innovation und ihrem Wunsch, mit ihren Technologien die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Der Megaloman Elon Musk behauptet gar, mit seinen Unternehmen die Menschheit retten zu wollen. Doch wie viel »Innovation« leisten sie wirklich? Wird unser Leben dadurch besser, wenn nun die vierte App in Folge unsere Smartphones mit KI-generierten Katzenvideos flutet? Zumal viele dieser Firmen, entgegen ihrem marktlibertären Selbstbild, zum Überleben auf staatliche Subventionen angewiesen sind – wäre es nicht sinnvoller, diese Instrumente den Händen einzelner »Tech Bros« zu entziehen und stattdessen dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen?
Auch bei Jacobin: Polemik gegen Melania .....Oh wie schrecklich!
Gestern noch gemütliche Rundfahrt nach dem Mittagessen geplant und durchgeführt. Mit der Bahn nach Hersbruck rechts / Schienenersatzverkehr durchs Pegnitztal nach Pegnitz / Bahnfahrt über Bayreuth, Kulmbach nach Bamberg / von dort heimwärts // Es kam einiges dazwischen: Der Schienenersatzverkehr verzögerte sich, da ein Bus schwächelte / der Anschluss mit der R32 nach Bamberg (2 Stundentakt) war natürlich schon weg / Cafeaufenthalt in Bayreuth / auf der eingleisigen Strecke nach Neuenmark- Wirsberg ging plötzlich nichts mehr (Signalstörung, Schrankendefekt) dann ging es mit Radfahrergeschwindigkeit bis Lichtenfels und der Zug musste geräumt werden ....Der nächste Anschluss hatte auch Verspätung....
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| Abzweig Schnabelwaid |
Gestern war ich mit Kim im Schauspielhaus Nürnberg. (Geburtstagsgeschenk) Und wir sahen ein furioses Stück in der Wiederaufnahme : Orbit - die Geschichte einer Band . Wir waren begeistert und ich werde es nochmal ansehen, denn das war Theater !!!Es hat ALLES gepasst: Die Geschichte,die hervorragenden Darsteller mit ihrem Musikhandwerk, die Bühne und das volle Theater mit einem Publikum, das mitging !!! Hier die digitale Stückeinführung .
Wo Freddie Mercury alles geklaut hat
In den 1970er und 80er Jahren galt die Band Orbit als größter Geheimtipp der fränkischen Rockszene. So enorm geheim, dass heute niemand mehr von ihr weiß. In Nürnberg haben Philipp Löhle, Christian Brey und Thomas Esser nun tief in Schallplattenkisten gekramt und dabei eine im Wortsinn fantastische Story zu Tage gefördert.
Von Wolfgang Reitzammer
Mai 2023. Es gab mal ein deutsches Dokumentartheater, Rolf Hochhuth und Peter Weiss waren seine Propheten. Doch im postmodernen und postfaktischen 21. Jahrhundert erfreut man sich eher am Genre des Mockumentary, jenem Hybrid aus Dichtung und Wahrheit, das den Gutgläubigen in die Irre schickt und bei dem Skeptiker ein wissendes Lächeln hervorlockt.
In diesem Sinne hat Philipp Löhle, Hausautor des Staatstheaters Nürnberg, zusammen mit Regisseur Christian Brey und dem Musiker Thomas Esser ein "Recherche"-Projekt angestoßen, das über die Jahre 1972 bis 1985 die obskure Karriere einer vergessenen Rockband namens ORBIT aufdeckt und mit ein paar Stationen Kulturgeschichte in der Region Nürnberg vermengt. Doch auch ohne Spoiler-Verdacht darf man schon vorher sagen: es ist fast alles erstunken und erlogen, jedoch getreu dem Motto "Wenn wir es so erzählen, dann war es so!".
Fränkische Billie Jean
1972 treffen sich also fünf ambitionierte Kulturschaffende, denen ein gewisser Herr Gustl eine Garage als Proberaum und seine Kneipe als Live-Bühne anbietet. In schönster Punk-Tradition streiten sie erst einmal, wer eigentlich welches Instrument spielen soll, dann wird über mehrere Tage diskutiert, wie die Band heißen soll. Weil die Vornamen der Musikanten Ottmar, Rolf, Bucki, Isi und Thomas lauten, kommt man auf die geniale Idee "Orbit", verliert aber den entnervten Sponsor Gustl. Gut, dass es zu dieser Zeit den überregional bekannten Kulturreferenten Hermann Glaser in Nürnberg gab, der sein Projekt der Sozio-Kultur verfolgte und der Band einen Probenraum im ebenfalls überregional bekannten Kommunikationszentrum (genannt "Komm") vermittelte.
Dort nisten sich Orbit häuslich ein und wollen ihr weiteres Leben nur noch der eigenen Musik widmen – bestärkt durch ein allseitiges Gelübde gegen dreckige Ohren. Es wird in der selbst gewählter Klausur viel geredet, die fünf Akteure wirken in stimmigen Klamotten und Perücken der 1970er und 80er Jahre wie wandelnde Flokati-Teppiche (Kostüme: Anette Hachmann). Das musikalische Equipment wird langsam aufgerüstet, ein vollständiges Schlagzeug fährt aus dem Bühnenboden, Keyboarder Ottmar bekommt noch eine zweite Orgel mit Blechrahmen und Isi, die Frau im Quintett, stellt sich hinter ein modernes DJ-Mischpult. Dass man auch im Gefängnis (Massenverhaftungen 1981!) gute Musik machen kann, demonstriert Drummer Rolf, der die Sticks zu Fenstergittern formt und dann "I've Been Looking For Freedom" intoniert.
So entstehen zahlreiche Eigenkompositionen, die textlich und harmonisch einen regional-fränkischen Charakter aufweisen, aber verdammt nach Hits dieser Zeit klingen ("Daddy Cool", "Money, Money, Money", "In The Air Tonight", "Billie Jean"...).
Beim Griechen mit Bob Dylan
Schuld daran ist der schleimige Manager Hasso Krüger, der die Orbit-Songs mit dem Tonband aufnimmt und dann weltweit an bekannte Rockbands weiterverkauft. Immerhin schafft er es, die Songwriter-Ikone Bob Dylan vor dessen Auftritt auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände (1978) zu den eingeschlossenen Musikern zu lotsen und ihnen ein Angebot als Vorband zu übermitteln. Doch die deutsche Kultur des Diskurses und des Selbstzweifels führt zu spontaner Auftrittsphobie vor 80 000 Menschen, lieber geht man gemeinsam zum Griechen!
Das Ende der Orbit-Geschichte wird durch einen Zufall eingeläutet: Die fesche Biggi schaut sich via Fernsehen das Live-Aid-Konzert im Wembley Stadium (1985) an und muss feststellen, dass Freddie Mercury von Queen den Song "Bohemian Rhapsody" vorträgt, den einige Jahre zuvor Sänger Bucki mit der Band erarbeitet hatte. Manager Krüger flüchtet, er setzt sein Auto und alle darin lagernden Tonbänder in Flammen – Orbit ist damit aus der Musik-Geschichte getilgt.
Comeback als Avatar-Show
Zum Glück bietet der Theaterabend noch einen fulminanten Epilog: Krüger, der mittlerweile unter dem Namen Pius Maria Cüppers als Kammerschauspieler am Nürnberger Staatstheater arbeitet, organisiert eine Hologram-Avatar-Show der Band Orbit, bei der fünf KI-Klone noch einmal ein deftiges Rock-Programm abziehen, bevor sie mit "Major Tom" und einer Raumkapsel ins Weltall abdüsen.
Die höchst unterhaltsame Rock-Show lebt vom inszenatorischen Tempo des Regisseurs Christian Brey, von Löhles skurrilem Wortwitz und von den perfekt musizierenden Schauspielern: Nicolas Frederic Djuren (voc, g), Justus Pfankuch (keyb, g, voc), Sascha Tuxhorn (b, voc), Amadeus Köhli (dr, g, voc) und Pola Jane O’Mara (voc). Ein grandioses und komödiantisch ausgefeiltes Nebenrollen-Potpourri arbeitet Thorsten Danner ab.
Die Bühne ist ein Proberaum mit ein paar Flight-Cases, viel Trockeneis-Nebel und präzisen Licht-Effekten. Bei mehreren Video-Interviews haben Bürgermeisterin Julia Lehner, "Ihre Kinder"-Veteran Ernst Schultz, Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger und mehrere Schauspiel-Kollegen das doppelbödige Spiel mitgemacht. Das Premieren-Publikum war begeistert, feierte das Ensemble mit Standing Ovations und bekam als Zugabe noch ein originelles "Take On Me" mit Casio-Orchester im Sitzkreis: einer von vielen Aha-Effekten. "Orbit" hat auf jeden Fall das Potenzial für einen Kassenknüller!
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| atmosphärisch |
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| Körperliche Darstellung der Diskussionen im Komm |
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| Das Casio Orchester - Super |
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| der Gustl -- ein Sprachphänomen |