Thema Wohnen

 Zum Thema Wohnen hab ich bei Spuren 2 Artikel reingestellt: 

Der ganz normale Wohnsinn


und ganz neu:

Mein Wohnen in den 50er Jahren

Endlagersuche

 Im Januar erhielt Geli ein Schreiben mit dem Betreff: Einladung zum Bürgerforum - werden Sie Teil der Endlagersuche. Ausgewählt wurde sie per Zufallsauswahl . Das Ganze findet unter der Regie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit statt. Dazu gibt es extra das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ....

Momentan ist ein Großteil der hochradioaktiven Elemente in Castoren untergebracht, die sich in Zwischenlagern befinden.

Verladung 

Dazu ein sehr interessanter Artikel in der ZEIT :Der Müll, der 100 Jahre stehen bleibt..

Zum Atomausstieg gibt es eine interessante Stellungnahme eines Energieunternehmens (EnBW)

Zu Söders geplanten Minireaktoren gibt es hier fundierte Informationen.

Prechtl Ausstellungen

Zum 100jährigen Geburtstag von Michael Mathias Prechtl gibt es in Nürnberg momentan 2 Ausstellungen, die ich in einem Orientierungsgang besucht habe. Zuerst im Albrecht Dürer Haus die Schau "Mit Dürer im Herzen


Michael Mathias Prechtl bereiste 1970 im Vorfeld von Albrecht Dürers 500. Geburtstag die Niederlande, angeregt von Dürers Reise 1520/21. Die unterwegs entstandenen Zeichnungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung . Sie greifen Motive von Dürers Reiseskizzen auf, holen sie in die Gegenwart und drehen sie vielfach spielerisch ins Gegenteil. Zugleich beweisen sie Prechtls ureigene technische Virtuosität. (Das zugehörige Skizzenbuch gibt es nur noch als Sammlerstück - ich besitze ein Original ...)


Die Ausstellung kann man mit der Dürer APP verfolgen (auch zu Hause ...)
Beispiel einer virtuosen Zeichnung : Die lange Mauer 

klein aber fein

Die zweite Schau gibt es im Kabinett der Kunstvilla: Mit Röntgenblick 
Die Ausstellung spannt einen Bogen über zwei Jahrzehnte seines künstlerischen Wirkens: Von der Auseinandersetzung mit Rembrandt über das Porträt des langjährigen Direktors der Kunstsammlungen Wilhelm Schwemmer bis hin zum Ehrenbürger Hermann Kesten offenbart sich Prechtls Gespür für Charakter und Zeitgeist. 

Nur Schwemmer wird gemalt und Kesten im Café sind als große Werke gehängt und beeindrucken deshalb besonders.



Von letzterem gibt es in einem virtuellen Museum Nürnberger Kunst eine gut aufbereitete Interpretationshilfe: Hermann Kesten im Café ... Zur Entstehung des Bildes äußert sich Prechtl zu Lebzeiten noch hier.
Ab Ende April gibt es dann in Amberg eine größere Sonderausstellung. Neben dem Städtchen bestimmt sehenswert ... (alter Bericht hier)
Auch wenn ich schon seit Jahren einige Bücher und Drucke von Prechtl habe, kann man sich immer wieder neu mit ihm beschäftigen ...
 

DAF Lager

 Mit Geli kann ich nur noch etwas unternehmen wenn in der Umgebung Toiletten zu finden sind. So sind wir am Montag vor dem Kälteeinbruch nach fast einem Jahr wieder mal mit dem ROLLZ ins Regensburger Viertel mit den ehemaligen DAF Gebäuden ....

Auf Nürnberg Info sind da einige Erläuterungen zu finden. Dieses Mal Toilettengang im neuen August-Meier-Heim. Dann Kaffeetrinken im neuen Regensburger Viertel.

Danach konnten wir eine Bewohnerin befragen, die noch in einem alten DAF Häuschen seit 50 Jahren wohnt. Sie hat uns über die Besitzverhältnisse der Grundstücke aufgeklärt: Die Neubauten und ihre alte Häuserreihe gehören zum Besitz des bayerischen Staates ( das Siedlungswerk Nürnberg - eine Organisation des Freistaats- hat das neue Viertel bauen lassen). Der östliche Teil ist im Besitz der Stadt Nürnberg.

Sie hat uns erzählt, dass noch weiter östlich vor Jahrzehnten ehemalige Hausbesetzer dort von der Stadt Unterkunft bekommen haben. (Die Geschichte der autonomen Szene in Nürnberg hier). Wir sind dort noch hin gefahren und es gibt wirklich das Olaf Ritzmann Kollektiv ...

Dort gleich neben an hat eine Gruppe die Hausnummer 406 von der Stadt erworben und will renovieren und gemeinschaftlich dort leben. Ein Haus Syndikat.

Zufällig hab ich zuvor einen interessanten Podcast zum Wohnen gehört. Der Inhalt wird im Blog Spuren erläutert ...

Um dem Berufsverkehr zu entgehen sind wir noch über den Südfriedhof. Beeindruckend ist das Gräberfeld des "Lagerfriedhofs"


Entdeckung: Marbach

 Gestern mit der Bahn nach Stuttgart. Auf Hin-und Rückfahrt beengte Verhältnisse: Der Zug kam jeweils nur in Kurzversion !! In Stuttgart war ich erschüttert. Das Projekt Stuttgart 21 zerstört die Stadt momentan ! Eigentlich wollte ich entspannt den Schlosspark und die Altstadt besuchen. Stattdessen tourte ich orientierungslos (wo ist ein schönes Cafe ? ) nur um die Baustelle (hier bei Komoot als Fernwanderweg). Auf der Hinfahrt sah ich ein Städtchen über dem Neckar thronend : Marbach. Mit der nächsten Bahn sofort zurück und dorthin.... Ein interessanter Ort. Im bergigen Ortskern sehr idyllisch und mäandernd zu erkunden. Oben in der Fußgängerzone einladend zum Verweilen. Unten am Neckar schöne Ruhepunkte (Bootshaus) ... Ausflug war lohnend aber noch zu kurz, da ja einige Museen vorhanden sind ...




Ich hab noch viel mehr fotografiert. Für mehr Fotos und längerem  Aufenthalt ist diese hervorragende Site empfohlen ....

Nochmal ORBIT

 Ich hab mir ORBIT nochmal angesehen. Diesmal mit Long und Helge. Ich wollte mir die Feinheiten zu Gemüte führen, die man in dieser massiven Aufführung doch mal wieder vergisst. Hat sich gelohnt! Besonders möchte ich hier neben der musikalischen Leistung der "Band" das schauspielerische Können von Thorsten Danner hervorheben. Er tritt hier in mindestens 8 ganz verschiedenen Rollen auf z.B.: Als Kneipenwirt Gustl mit Sprachgewalt. Als kaputter Rio Reiser. Als irrlichtender Dylan. Als pantomimischer Derwisch in der Darstellung von Basisdiskussion im Komm. Als fränkelnder Kommissar Bauernfeind ...


Musikalisch Klasse natürlich der Umgang mit den kleinen keyboards.

Und dann in dieser Aufführung zum Schluss hin die technische Panne mit den Projektionen der Orginalbands. Sie konnten nicht mehr gezeigt werden, führten zu einer kurzen Unterbrechung des Stücks, wurden dann hervorragend mit musikalischer Spontanität ersetzt und verdienten zum Schluss die dreimaligen Standing Ovations ....Gelungen.

Wenn Klaus von seinem Schlaganfall wieder genesen ist, würde ich gerne mit ihm das Stück nochmal besuchen ....

Mal ein anderer Krimi

 Gestern interessehalber mal wieder einen Polizeiruf 110 gesehen. Titel Ablass. Gute Geschichte. Heute in der Mediathek nochmal gesehen. Eine Geschichte ohne Knallerei, mit intensiver Ermittlerarbeit und moralischem Kompass ...



Ein beeindruckender Dokumentarfilm

In der Mediathek von 3 Sat habe ich gesehen: "Natur - die Geschichte unseres Planeten". Produziert von Yann Arthus-Bertrand

Yann Arthus-Bertrand stellt die entscheidende Frage: Wie lange können wir diese Schönheit und unseren einzigartigen Planeten noch bewahren?

Hommage an unseren Planeten

Er erzählt aus seiner persönlichen Sicht heraus, wie der Planet entstand, sich entfaltete und wir daraus ein Heim für acht Milliarden Menschen machten. Und wie all das auf dem Spiel steht, weil wir (??) es übertrieben, die Natur überfordert und über alle Maßen ausgebeutet haben. Der Film zeigt uns das Leben auf der Erde – in all seiner Pracht, Verletzlichkeit und Widersprüchlichkeit.

Es ist eine Hommage an unseren Planeten, aber auch ein eindringlicher Appell des Filmmachers, Verantwortung zu übernehmen. Denn eines steht fest: Einen Planeten wie die Erde gibt es nur einmal.

Bertrand erzählt die Geschichte unseres Planeten neu

Um die unermessliche Vielfalt der Erde in Bildern einzufangen, reicht ein einzelnes Filmteam nicht aus. Bertrand macht aus dieser Herausforderung eine Stärke: Mit Unterstützung Dutzender Filmemacherinnen und Filmemacher aus aller Welt entstand ein visuell überwältigendes Werk –  Der Film beeindruckt nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch. Mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Stilmitteln – von hochauflösenden Makroaufnahmen bis hin zu spektakulären Drohnenbildern entsteht ein Werk, das Kunst, Wissenschaft und Engagement vereint.

Von den Gletschern der Arktis bis in die Wüsten Afrikas, von den größten Meeressäugern bis zu den kleinsten Insekten, von Menschen in Europa bis in die Mongolei und nach Indien – Bertrand erzählt die Geschichte unseres Planeten neu: Wie der Mensch mit seiner Kreativität und Technik Naturkräfte gebändigt, Städte geschaffen und ganze Landschaften geformt hat – und wie er nun an einem Scheideweg steht. (Wachstum ist immer noch das wirtschaftliche Bestreben....)

 Mich hat der Film fassungslos zurückgelassen: Die Fakten sind seit langem bekannt. Doch in dieser intensiven Darstellung ist es ein berührendes Erlebnis. Die Natur kann ohne den Menschen auskommen. Umgekehrt nicht. Doch was tun ? Am Schluss werden als Hoffnungsschimmer einige Statements von Frauen eingeblendet. Eine ausführliche Darstellung gibt es hier zu sehen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt .....

Hummelstein

 Nach Schnee, Frost und Regen ist nun das Frühjahr angekommen. Ich hab erst mal meine drei kleinen Beete und den Kasten für die Gewürzpflanzen wieder hergestellt. Dann war auch das Pedelec dran mit kleinen Touren in der Umgebung. (köstlichen Trinkjogurt im Milchhäusle von Kreppendorf und erstes Eis in Veitsbronn genossen ...). 

Hummelsteiner Schloss 
Auch mit dem ROLLZ hab ich Geli wieder rausgeschoben. Unter anderem gestern zum Hummelsteiner Schlösschen. Dort gibt es jetzt einen neuen Eingang zum Park mit Rampe gleich bei der Gaststätte.(Apfelküchle waren gut) Auch der Kiosk im daneben liegenden Biergarten war offen und das Gelände gut besucht, aber nicht überlaufen.


Patrimoniale Herrschaft

 In diesem sehr interessanten Artikel in den Blättern wurde sehr einsichtig dargestellt welche Mechanismen die Regimes von Trump, Putin, Orban, Modi, Erdogan ... bestimmen. Es geht um Patrimonialismus. Zitat aus dem Artikel "Mafiaboss im Weißen Haus"Patrimonialismus ist weniger eine Regierungsform als ein Regierungsstil. Er ist nicht durch Institutionen oder Regeln definiert; eher ist es so, dass er alle Regierungsformen dadurch infizieren kann, dass er unpersönliche, formale Autoritätsbeziehungen durch personalisierte, informelle ersetzt. Er basiert auf individuellen Loyalitäten und Verbindungen sowie darauf, dass Freunde belohnt und Feinde bestraft werden. Er findet sich nicht nur in Staaten, sondern auch bei Stämmen, Straßengangs und kriminellen Organisationen. In seiner Regierungsgestalt zeichnet sich der Patrimonialismus dadurch aus, dass der Staat so geführt wird, als sei er das persönliche Eigentum des Führers oder ein familiengeführtes Unternehmen. Er findet sich in vielen Ländern, aber sein wichtigster Vertreter in der Gegenwart war Wladimir Putin – bis zum 20. Januar 2025. In der Anfangszeit seiner Herrschaft führte er den russischen Staat als seine persönliche Gang. Die staatliche Bürokratie und private Unternehmen funktionierten weiterhin, aber das tatsächliche Prinzip der Regierung war: Stell Dich mit Wladimir Wladimirowitsch gut …, sonst gibt’s was.


Am Schluss des Artikels wird eine Lösung angeboten: Brauchen die Demokraten eine eigene positive Botschaft? Sicherlich sollten sie daran arbeiten. Aber jetzt gerade, da sie nicht an der Macht sind und Trump der capo di tutti capi ist, deutet die Geschichte patrimonialer Herrschaft darauf hin, dass der effektivste Ansatz für sie ist, immer und immer wieder auf die Botschaft zu setzen, dass er korrupt ist. Eines ist sicher: Er wird ihnen reichlich Anlässe dafür geben.

Holzbildhauerei

 Gestern die Ausstellung Holzbildhauerei im Kunstmuseum Erlangen gesehen. Nicht so klein und dazu noch fein

Clemens Heinl

Franz Weidinger

Hermann Frauenknecht

Christoph Bäuml

Nadine Elda Rosani

Harald Kienle

Katalog lohnend (15 Euro)

Werner Tübke

 Gestern sah ich in der Mediathek einen Film über das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen. (nur noch bis Mai zu sehen!) Kurzform in Audio hier ...

Wiki: Das Bauernkriegspanorama ist ein monumentales Panoramabild über den Bauernkrieg mit dem Titel Frühbürgerliche Revolution in Deutschland des Leipziger Malers Werner Tübke. Es befindet sich im Panorama Museum, einem eigens dafür errichteten Gebäudekomplex, auf dem Schlachtberg bei der thüringischen Kleinstadt Bad Frankenhausen am Fuße des Kyffhäusergebirges. Das Werk entstand in den Jahren 1976 bis 1987, ursprünglich zum Gedenken an den Deutschen Bauernkrieg und den Bauernführer Thomas Müntzer. Mit einer Fläche von 1722 m² zählt es zu den größten Panoramen der Welt.


Aus der Website des Museums: Ein Bilddom der Superlative - 14 Meter hoch und 123 m im Umfang. Über 3.000 Figuren und 75 Schlüsselszenen, die es zu entdecken gibt. Man kann dieses Panorama hier als Bildsaaltour verfolgen ! Dazu vielleicht noch im Podcast 30 Minuten Kunst einige guten Erklärungen . 

Tübke 1991

Der Künstler Werner Tübke war ein Phänomen. In einer Ausstellung 2017 in Zwolle wurde darauf hingewiesen: „Werner Tübke (1929–2004) – Meister der Malerei zwischen Ost und West“ ist die erste große Übersichtsausstellung zu Werner Tübke (1929–2004), dem Fahnenträger der „Leipziger Schule“, außerhalb Deutschlands. Das DDR-Regime beäugte Tübke anfangs sehr kritisch, gestand ihm aber ab den 1970er-Jahren einen größeren Freiraum zu. Seine ersten Staatsaufträge erhielt Tübke bereits in den 1950er-Jahren. Im Jahr 1976 erhielt er den bedeutendsten Auftrag in der Geschichte der DDR-Kunst überhaupt, nämlich in Bad Frankenhausen ein Panorama zur Frühbürgerlichen Revolution in Deutschland zu malen. Es sollte eines der größten Gemälde der Welt entstehen. Dennoch war er kein Propaganda-Künstler. Er übertrug aktuelle Themen in zeitlose, im Stil der Renaissance oder des Manierismus gemalte Allegorien, die seine Kunst von der Politik abhoben. Seinen künstlerischen Wert vermochte Tübkes virtuoses, häufig theatralisches und stets eigenwilliges Werk daher auch nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 weiter zu behaupten. In Zwolle präsentiert das Museum de Fundatie an die hundert seiner Gemälde, darunter sämtliche Höhepunkte seines Œuvres inklusive der fünfzehn Meter langen Vorstudie seines Panoramas zum Deutschen Bauernkrieg, der Serie Lebenserinnerungen des Dr. jur. Schulze und des Entwurfs für Arbeiterklasse und Intelligenz in der Universität Leipzig.

1961

1966

1977 als Marionette

1988 Selbstbildnis
Im Städel Frankfurt war letztes Jahr noch eine kleine Ausstellung . Ein Porträt vom MDR gibt es hier . Das Germanische Nationalmuseum soll sein Erbe verwalten ?


Willemsen und Küppersbusch

 

Diese Sendung machte mich darauf aufmerksam, dass Roger Willemsen schon 10 Jahre verstorben ist. Ich hatte mir das Buch "Das Hohe Haus" gekauft und darauf mal die Bundestagsabgeordneten meiner Region angeschrieben. Frage damals: Warum das Plenum manchmal - auch bei Abstimmungen - so erschreckend leer ist und ob man sich dessen nicht schäme. Antwort einhellig: Man sei ein Arbeitsparlament. Die eigentliche Arbeit liefe in den Ausschüssen. Für mich unbefriedigend - auch für Willemsen ...

Dieser Herr fiel mir wieder in der "Heute Show" auf. Er hat dort ab und zu die Sparte "Irgendwer mit Medien" : Friedrich Küppersbusch. Ich nahm an, dass er schon verstorben war. Und alt sah er aus - aber immer noch eloquent ... (er ist erst 64 !) . Ich kenn ihn noch von der Sendung ZAK . Damals super. Und heute ist er nicht nur als Produzent verschiedener Formate tätig, sondern hat auch seinen eigenen wöchentlichen Auftritt bei youtube : Küppersbusch TV ! Hier die aktuellste Sendung:


Der Kriegsminister

 Gefunden: Wie Pete Hegseth das "Kriegsministerium" christianisiert | hpd

Von Fox News zum "Amerikanischen Kreuzzug" ...

Buchcover 2020


schönes Statement

 Im Podcast "Bayerisches Feuilleton" hab ich ein - auch sprachlich - schönes Statement gehört ...


Der Parkplatz – Geständnisse eines Autohassers

Peter Kuhn

 Die Sendung Fastnacht in Franken des BR schau ich mir nicht stundenlang an. Vielleicht spitz ich mal rein um diese Aufgschau-Prominenz mit ihren aufwendigen Maskeraden zu entdecken. So auch gestern und durch Zufall erlebte ich auf der Bühne einen Peter Kuhn als Märchenonkel. Sehr angenehm und ruhig, kein üblicher Büttenredner, eher ein Reimer mit Ironie. Da hab ich ja die letzten Jahre einiges versäumt. Man kann bei you tube einige seiner früheren Auftritte im Video sehen. Und seine Rollen waren immer vielfältig und - perfekt. Seinen letzten Auftritt kann man hier ganz neu sehen

als Wutbürger 2011 war er noch nicht so gut

Sein Verein ist die Schwarze 11 und auf deren Website kann man einiges über ihn nachsehen ... 2009 erhielt er den Frankenwürfel mit einer tollen Laudatio ...

Aya Jaff

 Sie war Teil der Scene und ist ausgestiegen. Jetzt gibt es das Buch " Broligarchie" von ihr.

Interview im Fluter: Oligarchie bedeutet Herrschaft von Wenigen. 2024 bezeichnete die britische Journalistin Carole Cadwalladr das Netzwerk von Tech-Milliardären, das sich Trump annäherte, als „Broligarchie“. Als Broligarchen gelten unter anderem Elon Musk (X, SpaceX, Tesla, Mitgründer von PayPal), Peter Thiel (Mitgründer von PayPal, Gründer von Palantir), Jeff Bezos (Amazon), Mark Zuckerberg (Meta – also Facebook, WhatsApp und Instagram) und Sam Altman (OpenAI).

Interview bei JacobinDie Barone dieser Industrie, wie Mark Zuckerberg von Meta oder Jeff Bezos von Amazon, sprechen oft von Innovation und ihrem Wunsch, mit ihren Technologien die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Der Megaloman Elon Musk behauptet gar, mit seinen Unternehmen die Menschheit retten zu wollen. Doch wie viel »Innovation« leisten sie wirklich? Wird unser Leben dadurch besser, wenn nun die vierte App in Folge unsere Smartphones mit KI-generierten Katzenvideos flutet? Zumal viele dieser Firmen, entgegen ihrem marktlibertären Selbstbild, zum Überleben auf staatliche Subventionen angewiesen sind – wäre es nicht sinnvoller, diese Instrumente den Händen einzelner »Tech Bros« zu entziehen und stattdessen dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen?

Auch bei Jacobin: Polemik gegen Melania .....Oh wie schrecklich!

Fahrt mit Hindernissen

 Gestern noch gemütliche Rundfahrt nach dem Mittagessen geplant und durchgeführt. Mit der Bahn nach Hersbruck rechts / Schienenersatzverkehr durchs Pegnitztal nach Pegnitz / Bahnfahrt über Bayreuth, Kulmbach nach Bamberg / von dort heimwärts // Es kam einiges dazwischen: Der Schienenersatzverkehr verzögerte sich, da ein Bus schwächelte / der Anschluss mit der R32 nach Bamberg (2 Stundentakt) war natürlich schon weg / Cafeaufenthalt in Bayreuth / auf der eingleisigen Strecke nach Neuenmark- Wirsberg ging plötzlich nichts mehr (Signalstörung, Schrankendefekt) dann ging es mit Radfahrergeschwindigkeit bis Lichtenfels und der Zug musste geräumt werden ....Der nächste Anschluss hatte auch Verspätung.... 


Übrigens: Die Strecke zwischen Schnabelwaid und Bayreuth ist auch eingleisig !!! Von Pegnitz bis zur Teilung der Gleise ist noch zweigleisig ...


Abzweig Schnabelwaid

Der Bahnausbau Nordbayern wird wahrscheinlich erst im nächsten Jahrzehnt stattfinden (mit Akkuzügen ?)

Das war THEATER !!!

Gestern war ich mit Kim im Schauspielhaus Nürnberg. (Geburtstagsgeschenk) Und wir sahen ein furioses Stück in der Wiederaufnahme : Orbit - die Geschichte einer Band . Wir waren begeistert und ich werde es nochmal ansehen, denn das war Theater !!!Es hat ALLES gepasst: Die Geschichte,die hervorragenden Darsteller mit ihrem Musikhandwerk, die Bühne und das volle Theater mit einem Publikum, das mitging !!! Hier die digitale Stückeinführung . 


Der Inhalt wird sehr gut wiedergegeben in einer Kritik zur Uraufführung 2023. Hier in ganzer Länge:

Orbit - Staatstheater Nürnberg

Wo Freddie Mercury alles geklaut hat

In den 1970er und 80er Jahren galt die Band Orbit als größter Geheimtipp der fränkischen Rockszene. So enorm geheim, dass heute niemand mehr von ihr weiß. In Nürnberg haben Philipp Löhle, Christian Brey und Thomas Esser nun tief in Schallplattenkisten gekramt und dabei eine im Wortsinn fantastische Story zu Tage gefördert.

Von Wolfgang Reitzammer

  1. Mai 2023. Es gab mal ein deutsches Dokumentartheater, Rolf Hochhuth und Peter Weiss waren seine Propheten. Doch im postmodernen und postfaktischen 21. Jahrhundert erfreut man sich eher am Genre des Mockumentary, jenem Hybrid aus Dichtung und Wahrheit, das den Gutgläubigen in die Irre schickt und bei dem Skeptiker ein wissendes Lächeln hervorlockt.

In diesem Sinne hat Philipp Löhle, Hausautor des Staatstheaters Nürnberg, zusammen mit Regisseur Christian Brey und dem Musiker Thomas Esser ein "Recherche"-Projekt angestoßen, das über die Jahre 1972 bis 1985 die obskure Karriere einer vergessenen Rockband namens ORBIT aufdeckt und mit ein paar Stationen Kulturgeschichte in der Region Nürnberg vermengt. Doch auch ohne Spoiler-Verdacht darf man schon vorher sagen: es ist fast alles erstunken und erlogen, jedoch getreu dem Motto "Wenn wir es so erzählen, dann war es so!".

Fränkische Billie Jean

1972 treffen sich also fünf ambitionierte Kulturschaffende, denen ein gewisser Herr Gustl eine Garage als Proberaum und seine Kneipe als Live-Bühne anbietet. In schönster Punk-Tradition streiten sie erst einmal, wer eigentlich welches Instrument spielen soll, dann wird über mehrere Tage diskutiert, wie die Band heißen soll. Weil die Vornamen der Musikanten Ottmar, Rolf, Bucki, Isi und Thomas lauten, kommt man auf die geniale Idee "Orbit", verliert aber den entnervten Sponsor Gustl. Gut, dass es zu dieser Zeit den überregional bekannten Kulturreferenten Hermann Glaser in Nürnberg gab, der sein Projekt der Sozio-Kultur verfolgte und der Band einen Probenraum im ebenfalls überregional bekannten Kommunikationszentrum (genannt "Komm") vermittelte.

Dort nisten sich Orbit häuslich ein und wollen ihr weiteres Leben nur noch der eigenen Musik widmen – bestärkt durch ein allseitiges Gelübde gegen dreckige Ohren. Es wird in der selbst gewählter Klausur viel geredet, die fünf Akteure wirken in stimmigen Klamotten und Perücken der 1970er und 80er Jahre wie wandelnde Flokati-Teppiche (Kostüme: Anette Hachmann). Das musikalische Equipment wird langsam aufgerüstet, ein vollständiges Schlagzeug fährt aus dem Bühnenboden, Keyboarder Ottmar bekommt noch eine zweite Orgel mit Blechrahmen und Isi, die Frau im Quintett, stellt sich hinter ein modernes DJ-Mischpult. Dass man auch im Gefängnis (Massenverhaftungen 1981!) gute Musik machen kann, demonstriert Drummer Rolf, der die Sticks zu Fenstergittern formt und dann "I've Been Looking For Freedom" intoniert.

So entstehen zahlreiche Eigenkompositionen, die textlich und harmonisch einen regional-fränkischen Charakter aufweisen, aber verdammt nach Hits dieser Zeit klingen ("Daddy Cool", "Money, Money, Money", "In The Air Tonight", "Billie Jean"...).

Beim Griechen mit Bob Dylan

Schuld daran ist der schleimige Manager Hasso Krüger, der die Orbit-Songs mit dem Tonband aufnimmt und dann weltweit an bekannte Rockbands weiterverkauft. Immerhin schafft er es, die Songwriter-Ikone Bob Dylan vor dessen Auftritt auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände (1978) zu den eingeschlossenen Musikern zu lotsen und ihnen ein Angebot als Vorband zu übermitteln. Doch die deutsche Kultur des Diskurses und des Selbstzweifels führt zu spontaner Auftrittsphobie vor 80 000 Menschen, lieber geht man gemeinsam zum Griechen!

Das Ende der Orbit-Geschichte wird durch einen Zufall eingeläutet: Die fesche Biggi schaut sich via Fernsehen das Live-Aid-Konzert im Wembley Stadium (1985) an und muss feststellen, dass Freddie Mercury von Queen den Song "Bohemian Rhapsody" vorträgt, den einige Jahre zuvor Sänger Bucki mit der Band erarbeitet hatte. Manager Krüger flüchtet, er setzt sein Auto und alle darin lagernden Tonbänder in Flammen – Orbit ist damit aus der Musik-Geschichte getilgt.

Comeback als Avatar-Show

Zum Glück bietet der Theaterabend noch einen fulminanten Epilog: Krüger, der mittlerweile unter dem Namen Pius Maria Cüppers als Kammerschauspieler am Nürnberger Staatstheater arbeitet, organisiert eine Hologram-Avatar-Show der Band Orbit, bei der fünf KI-Klone noch einmal ein deftiges Rock-Programm abziehen, bevor sie mit "Major Tom" und einer Raumkapsel ins Weltall abdüsen.

Die höchst unterhaltsame Rock-Show lebt vom inszenatorischen Tempo des Regisseurs Christian Brey, von Löhles skurrilem Wortwitz und von den perfekt musizierenden Schauspielern: Nicolas Frederic Djuren (voc, g), Justus Pfankuch (keyb, g, voc), Sascha Tuxhorn (b, voc), Amadeus Köhli (dr, g, voc) und Pola Jane O’Mara (voc). Ein grandioses und komödiantisch ausgefeiltes Nebenrollen-Potpourri arbeitet Thorsten Danner ab.

Die Bühne ist ein Proberaum mit ein paar Flight-Cases, viel Trockeneis-Nebel und präzisen Licht-Effekten. Bei mehreren Video-Interviews haben Bürgermeisterin Julia Lehner, "Ihre Kinder"-Veteran Ernst Schultz, Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger und mehrere Schauspiel-Kollegen das doppelbödige Spiel mitgemacht. Das Premieren-Publikum war begeistert, feierte das Ensemble mit Standing Ovations und bekam als Zugabe noch ein originelles "Take On Me" mit Casio-Orchester im Sitzkreis: einer von vielen Aha-Effekten. "Orbit" hat auf jeden Fall das Potenzial für einen Kassenknüller!

Und die Wiederaufnahme hat nichts von Abnutzungserscheinungen. Fulminant !!! Eine Art Comedia déll Arte in modernen Gewand mit viel Spielfreude ....

der Hasso mit Dylan

Die Band

atmosphärisch

Körperliche Darstellung der Diskussionen im Komm

Das Casio Orchester - Super


der Gustl -- ein Sprachphänomen